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Neuer Aufsichtsratschef vorgestellt Siemens sorgt sich vor Donald Trump

Siemens-Chef Joe Kaeser erscheint zur Pressekonferenz vor der Hauptversammlung des Elektrokonzerns in München
Grund zur Freude: Siemens-Chef Joe Kaeser kann über gute Prognosen lächeln, Sorgen beschert ihm etwas anderes
© Christof Stache/AFP
Donald Trump legt in den ersten Wochen nach seinem Amtsantritt als US-Präsident ein ordentliches Tempo vor. Mögliche Auswirkungen dieser Politik bereiten dem Siemens-Chef vor der Hauptversammlung des Konzerns Sorgen. 

In München findet die Siemens-Hauptversammlung statt. Betrübliche Worte wählte Konzernchef Joe Kaeser vor Beginn der Veranstaltung: Er äußerte seine Sorge über die politische Entwicklung in den USA. Deutlich erfreulicher sind die wirtschaftlichen Aussichten für die Aktionäre.

Sorge vor Auswirkungen der Trump-Politik

"Es besorgt uns schon, es besorgt mich persönlich, dass wir Töne hören, die bisher zu unserer Wahrnehmung dieses Landes nicht passten", sagte Kaeser am Dienstagabend. Die USA stünden für eine Tradition von Freiheit, Weltoffenheit und Integration von Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft. Zwar sei das Streben nach mehr Sicherheit verständlich. Es wäre aber "sehr schade", wenn man die Errungenschaften aufgeben würde, so der Chef des Elektrounternehmens weiter.

Trump will eine Mauer zu Mexiko bauen und hat ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern verhängt. Kaeser ließ durchblicken, dass man sich auch auf mögliche Auswirkungen von Trumps Politik auf das wichtige US-Geschäft vorbereite. Zugleich mahnte er auch zu Besonnenheit und bekräftigte, dass Donald Trump aus seiner Sicht einen "sehr guten Beraterstab" habe. "Man sollte nicht Besonnenheit mit Unterwürfigkeitsgesten verwechseln", sagte Kaeser, der selbst während seines Berufslebens jahrelang in den USA tätig war.

Bei Siemens läuft das Geschäft

Die vorgelegten Zahlen für das Auftaktquartal des Geschäftsjahres (30. September) können den Siemens-Chef aber froh stimmen: Der Überschuss des Unternehmens unter dem Strich um ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro. Der Erlös stieg um ein Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe gerechnet wäre er um 3 Prozent geklettert. Der Auftragseingang ging um 14 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro zurück - hier fehlten die großen Kraftwerksaufträge aus Ägypten, die im Vorjahreszeitraum für einen Orderschub gesorgt hatten.

Der Konzern erhöhte auf dieser Basis seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Auf Jahressicht peilt Siemens nun je Aktie einen Gewinn von 7,20 Euro bis 7,70 an. Damit könnte der Konzern unter dem Strich bis zu 6,55 Milliarden Euro verdienen. Zuvor hatte Kaeser lediglich mit 6,80 bis 7,20 Euro Gewinn je Aktie gerechnet.

Nachfolger für Aufsichtsratschef vorgestellt

Auf der Hauptversammlung in München wurde auch der Nachfolger für Aufsichtsratschef Gerhard Cromme vorgestellt: Der frühere SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe solle im Anschluss an die Hauptversammlung im kommenden Jahr zum neuen Aufsichtsratschef gewählt werden, wie Siemens zum Aktionärstreffen mitteilte.

"Herr Snabe verfügt über eine tiefe industrielle Expertise bei Software und Digitalisierung", erklärte Siemens-Chefaufseher Cromme die Nominierung. "Mit der Empfehlung stellen wir die Weichen für eine langfristige Nachfolgeplanung und Kontinuität im Siemens-Aufsichtsrat." Die Entscheidung zu der Cromme-Nachfolge wurde von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat begrüßt. 

fri DPA

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