Siemens Kleinfeld trotz Supergewinns auf der Kippe


Rund zwei Milliarden Euro hat Siemens allein in den ersten drei Monaten des Jahres verdient - ein Plus von fast 50 Prozent. Doch trotz dieses Ergebnisses mehren sich die Hinweise, dass der Aufsichtsrat Konzern-Chef Klaus Kleinfeld loswerden will.

Der Technologiekonzern Siemens hat im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnsprung verzeichnet. Damit übertraf das von Korruptionsaffären belastete Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

Das Ergebnis nach Steuern kletterte in den Monaten Januar bis März verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel auf 1,26 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der operative Gewinn, den Siemens als Ergebnis der Bereiche bezeichnet, legte sogar fast um die Hälfte auf knapp zwei Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um ein Zehntel auf 20,6 Milliarden Euro.

Orderbücher prall gefüllt

Die Orderbücher des größten industriellen Arbeitgebers in Deutschland sind nach wie vor prall gefüllt. Im abgelaufenen Quartal sei der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 23,5 Milliarden Euro geklettert, teilte Siemens mit.

Siemens legte die Zahlen überraschend zwei Tage vor der Pressekonferenz zum Halbjahr vor. Nach Worten eines Konzernsprechers hat die dies nichts mit der Personaldebatte um Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zu tun und erfolgte ausschließlich aufgrund interner Abwägung rechtlicher Vorschriften.

Zuvor hatte es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats geheißen, Kapitalvertreter im Aufsichtsrat hätten Vorbehalte gegen eine Verlängerung von Kleinfelds Vertrag. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Konzernchef doch noch im Korruptionsgestrüpp bei Siemens verfangen könnte. Bisher waren keine konkreten Vorwürfe gegen ihn laut geworden.

Medienberichten zufolge sind führende Aufsichtsratsvertreter bereits auf der Suche nach einem Nachfolger. Im Gespräch ist neben Linde-Chef Wolfgang Reitzle inzwischen auch der ehemalige Volkswagen-Manager Wolfgang Bernhard. Reitzle hatte seine Ambitionen dementieren lassen. Insider sagten, Kleinfeld wolle seinen Gegnern im Aufsichtsrat die Stirn bieten. Für den Fall, dass am Mittwoch keine Entscheidung über seine Zukunft bei Siemens fällt, könnte er den Job hinwerfen, hieß es.

Reuters Reuters

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