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Siemens: Weitere Manager in Affäre verwickelt?

Der Korruptionsskandal beim Siemens-Konzern zieht immer weitere Kreise: Angeblich sollen weitere Spitzenmanager des Konzerns von den illegalen Zahlungen und den Schwarzgeld-Konten gewusst haben.

In der Schmiergeldaffäre beim Elektrokonzern Siemens gibt es einem Bericht zufolge Hinweise, dass sogar mehrere Mitglieder der Konzernspitze von dem Vorgängen wussten. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, nannten Beschuldigte bei Geständnissen die Namen von Spitzenmanagern, die über Schwarzgeld-Konten oder Korruption informiert gewesen sein sollen. Eine Quelle nannte das Blatt nicht.

Gegenseitige Beschuldigungen

Bereits am Dienstag war das ehemalige Siemens-Vorstandmitglied Thomas Ganswindt verhaftet worden. Dem Bericht zufolge soll ein früherer Finanzvorstand der Telekommunikationssparte Com über Zahlungen an einen ehemaligen Siemens-Geschäftspartner in Saudi-Arabien berichtet haben. Demnach drohte der Partner damit, Unterlagen über illegale Provisionszahlungen den US-Behörden vorzulegen, falls er nicht für die Kündigung seines Handelsvertreter-Vertrages großzügig entschädigt werde. Der Manager habe ausgesagt, dass auch die Konzernspitze von der Drohung informiert gewesen sei, schreibt das Blatt.

Siemens-Sprecher Peik von Bestenbostel bestätigte, dass es mit dem früheren Geschäftspartner einen Rechtsstreit vor einem Gericht in Riad gegeben habe. Man habe ihm in diesem Zusammenhang 38 Millionen Euro gezahlt. "Alle hier geäußerten Anschuldigungen sind gegenstandslos", betonte der Sprecher.

AP / AP