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Spezialfonds für Euro-Rettung Zentralbanken sollen IWF mit Milliarden ausstatten


Neue Strategie im Kampf gegen die Krise: Nach einem Medienbericht sollen die Zentralbanken der Euro-Zone dem IWF mit einem dreistelligen Milliardenbetrag helfen, klamme Euro-Länder zu retten. Über solch einen Spezialfonds könnten Merkel und Sarkozy am Nachmittag in Paris verhandeln.

Die europäischen Regierungen erwägen laut einem Bericht der "Welt", den Internationalen Währungsfonds (IWF) im großen Stil zu stärken, um die Staatsfinanzierungskrise zu beenden. Nach Informationen der Zeitung aus verhandlungsnahen Kreisen ist angedacht, dass die 17 Zentralbanken der Euro-Zone einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen, aus dem dann Programme für Krisenländer finanziert werden.

Auch andere Zentralbanken wie beispielsweise die amerikanische Federal Reserve seien offenbar dazu bereit, einen Teil der Kosten zu finanzieren, schreibt die "Welt". US-Finanzminister Tim Geithner wird diese Woche nach Europa kommen, um sich mit führenden Politikern und Notenbankern zu treffen. Ein solcher Rettungsfonds könne dem Vernehmen nach ein Bestandteil der Pläne werden, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag in Paris besprechen wollen, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Finanzierung über den IWF solle die Märkte beruhigen. Vorbild für diese Art der Finanzierung seien zwei Ölfonds, die der IWF Anfang der 70er-Jahre für jene Länder schuf, die besonders vom Ölpreisschock betroffen waren. Derzeit hat der IWF noch rund 390 Milliarden Dollar (gut 290 Milliarden Euro) an freien Mitteln, was keinesfalls reichen würde, um Länder wie Italien oder Spanien zu finanzieren.

Merkels und Sarkozys Euro-Krisenplan

Merkels und Sarkozys Strategie gegen die Euro-Schuldenkrise beinhaltet ein Konzept für eine europäische Fiskal- und Stabilitätsunion und sieht automatische Sanktionen gegen Haushaltssünder vor. Im Anschluss an das Treffen am frühen Nachmittag ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Ende der Woche wollen dann die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel über die Vorschläge zur Euro-Rettung beraten.

Deutschland und Frankreich spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Schuldenkrise. Weitgehend Einigkeit zwischen Merkel und Sarkozy herrscht über die geplanten Vertragsänderungen: Beide streben an, dass die Haushaltspläne der Euro-Staaten schärfer kontrolliert und Verstöße schärfer geahndet werden können.

Merkel will darüber hinaus die Autorität europäischer Institutionen so stärken, dass glaubwürdige Durchgriffsrechte auf Staatshaushalte möglich werden. Sarkozy warnte dagegen vor "supranationalen" Strukturen. Während Paris gemeinsame Staatsanleihen aller Euroländer - sogenannte Eurobonds - befürwortet, sind diese für Merkel zumindest derzeit kein geeignetes Rettungsinstrument.

mlr/DPA DPA

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