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Steuerpolitik: Irland will Schlupfloch für ausländische Konzerne schließen

Hohe Steuerbeträge sollen Apple und andere Konzerne durch ein Schlupfloch in Irlands Finanzpolitik gespart haben. Nach erhöhtem internationalen Druck will Irland dieses Schlupfloch nun schließen.

Irland will im international geführten Streit um ein riesiges Steuerschlupfloch einlenken. Ausländischen Unternehmen soll es künftig nicht mehr möglich sein, über ihre Aktivitäten in Irland erhebliche Steuersummen in den Heimatländern zu sparen, kündigte Finanzminister Michael Noonan einem Bericht der "Financial Times" zufolge an. In den Fokus war der US-Konzern Apple geraten. Der iPhone-Hersteller soll über Irland US-Steuern für Einnahmen in Höhe von 44 Milliarden US-Dollar gespart haben, hatte ein parlamentarischer Ausschuss in den USA ermittelt.

Auch andere Unternehmen hätten das legale Steuerschlupfloch genutzt. Bei dem Steuertrick wird das Unternehmen in Irland gelistet und im steuerlichen Sinne für "staatenlos" erklärt. Einige Unternehmen sollen auf diese Weise in Irland nur zwei Prozent Körperschaftssteuer bezahlt haben. Der übliche Satz liegt in der Republik bei, im internationalen Vergleich ohnehin niedrigen, 12,5 Prozent.

In Irland gelistete Unternehmen dürften nicht als "staatenlos" bezüglich ihrer Steuerpflicht geführt werden, sagte Noonan. "Die einzelnen Länder befinden sich in einem aggressiver werdenden Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen", wird Noonan in der "Financial Times" zitiert. "Ich möchte, dass Irland fair spielt - wie wir es immer getan haben. Und ich möchte, dass Irland auf Sieg spielt." Ein Gesetzentwurf soll am 24. Oktober vorgelegt werden.

vim/DPA / DPA