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Tarifkonflikt Lufthansa rüstet sich für Drei-Tage-Streik


Ab Mittwoch streiken die Lufthansa-Piloten. Schon heute aber müssen die ersten Flüge gestrichen werden. 3800 Verbindungen insgesamt fallen aus. Davon betroffen ist knapp eine halbe Million Fluggäste.

Die Lufthansa trifft die Vorbereitungen für #link;http://preview.stern.de/wirtschaft/news/streik-von-mittwoch-bis-freitag-piloten-legen-lufthansa-lahm-2100276.html?1396328298.8171;einen der größten Streiks ihrer Geschichte#. Wegen des angekündigten Ausstands von rund 5400 Piloten hat das Unternehmen von Mittwoch bis Freitag insgesamt 3800 Verbindungen gestrichen. Die Pilotenvereinigung Cockpit hält die Dimension des Streiks für gerechtfertigt. Es gehe zwischen Piloten und Lufthansa immerhin um eine Milliarde Euro, sagte deren Sprecher Jörg Handwerg am Montagabend in der ZDF-Sendung "WISO". Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Arnold Vaatz (CDU), befürchtet "einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden".

Der Pilotenstreik zeigt schon an diesem Dienstag Wirkung. Laut einer Streichliste auf der Lufthansa-Internet-Seite fallen bereits rund 40 Flüge aus. Meist handelt es sich um Fernverbindungen, die am Mittwochmorgen in Frankfurt oder München landen sollten. Diese Maschinen würden Passagiere auf einen bestreikten Umsteigeflughafen bringen, von dem sie nicht weiterkommen, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Von daher verzichte man auf diese Flüge.

Hier finden Reisende alle Informationen zum Streik.

In Deutschland ist Bahnfahren angesagt

Lediglich rund 500 Flüge können zwischen Mittwoch und Freitag mit Jets der Konzerngesellschaften Eurowings, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti angeboten werden, hatte Lufthansa am Montag in Frankfurt mitgeteilt. Bei diesen Gesellschaften streiken die Piloten nicht. Die Absagen der Lufthansa-Flüge reichen bis zum Samstag.

Betroffen sind laut Lufthansa rund 425.000 Fluggäste, denen Umbuchungsmöglichkeiten angeboten werden sollten. Europas größte Fluggesellschaft rechnet mit einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Auch 23 von 31 geplanten Frachtflügen der Lufthansa Cargo seien bereits abgesagt. 2010 hatten die Piloten schon einmal mit einem vier Tage langen Streik gedroht, diesen aber nach einem Tag abgebrochen.

Die ausländischen Konzernmarken Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines sollen mit größeren Jets nach Deutschland fliegen, sofern sie zur Verfügung stehen. Für innerdeutsche Verbindungen werden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen.

Gesetzesänderung gefordert

Der stellvertretende Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz kritisierte das Ausmaß des Streiks. Dieser werde "einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden auslösen", sagte er der "Rheinischen Post". Man müsse über eine Gesetzesänderung nachenken. Es könne nicht sein, dass eine Gewerkschaft, deren Mitglieder an wichtigen Schaltstellen säßen, ihre Position nutze, um bei der Tarifentwicklung schneller voranzukommen als andere, so Vaatz im "Kölner Stadt-Anzeiger". Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens bezeichnete den Streik als schwer nachvollziehbar. Man habe gute Angebote gemacht, so Volkens in einer Mitteilung.

Knackpunkt und Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglicht hatten. In einer Abstimmung hatten die rund 5400 Piloten zu 99,1 Prozent für einen Arbeitskampf gestimmt. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern, bei dem die VC ein Plus von knapp 10 Prozent verlangt.

Am Sonntag gab es nach Angaben beider Seiten noch einen letzten Versuch, mit Verhandlungen den Streik zu stoppen.

car/DPA DPA

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