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Telekom: Der Fluch der flotten Sprüche

Mit kühnen Zukunftsvisionen hat die Deutsche Telekom vor drei Jahren Anleger gelockt - jetzt wollen Tausende Kleinaktionäre ihren Einsatz zurück. Sie werfen dem Konzern vor, er habe sie getäuscht.

Auf die Deutsche Telekom rollt eine in Deutschland beispiellose Klagewelle zu: Tausende Kleinanleger, die mit der angeblichen Volksaktie des Telefonriesen viel Geld verloren haben, fordern ihren Einsatz zurück. Sie werfen der Telekom vor, bei ihrem dritten Börsengang im Jahr 2000 die Lage des Unternehmens beschönigt - und so den hohen Ausgabepreis von 66,50 Euro beziehungsweise 63,50 Euro für Kleinanleger durchgesetzt zu haben. In einer mehr als 100 Seiten starken Klageschrift, die dem stern vorliegt, zeichnet die Wiesbadener Anwaltskanzlei Doerr Kühn Plück & Thoeren ein Bild der verheerenden damaligen Zustände bei dem einstigen Staatskonzern. Rechtzeitig vor Ablauf der Verjährungsfrist für die so genannte Prospekthaftung am 26. Mai will sie die Ansprüche ihrer rund 1.600 Mandanten sichern; weitere Klagen sind geplant. Auch andere Kanzleien schießen sich auf die Telekom ein, die nach den turbulenten vergangenen Jahren in so viele Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist, dass selbst Konzernchef Kai-Uwe Ricke einräumte: "Das erschüttert das Vertrauen in den Konzern und sein Management."

Staatsanwälte ermitteln

gegen Ex-Manager, in Frankfurt und New York sind schon vor der jetzt beginnenden Klagewelle zahlreiche Schadensersatzverfahren anhängig. Die Telekom - einst angetreten, um aus den Deutschen ein Volk von Aktionären zu machen - muss sich rechtfertigen für die Exzesse der Boomjahre und die großen Worte ihres einstigen Frontmannes Ron Sommer. Der hatte die T-Aktie beim ersten Börsengang als so sicher wie eine vererbbare Zusatzrente angepriesen.

Die Juristen von Doerr Kühn Plück & Thoeren haben mehr als zwei Dutzend Punkte aufgelistet, in denen der Börsenprospekt für die dritte Tranche nicht die tatsächliche Lage wiedergegeben haben soll. Bei der Ausgabe der Anteilscheine 2000 warb die Telekom: "Das geht in Zukunft so richtig ab." Leider fast nur nach unten - heute dümpelt die Aktie bei zwölf Euro. Die Anleger haben also mehr als 80 Prozent ihres Geldes verloren. Zumindest ein hohes Kursrisiko, so die Juristen, war schon zum Zeitpunkt des letzten Börsengangs erkennbar, sei aber verschleiert und versteckt worden. Unter anderem führen die Anwälte an:

* Der damalige Finanzvorstand Hans Joachim Kröske habe schon 1999 intern gewarnt, der Aktienkurs sei allein durch die Ertragskraft des Unternehmens nicht zu begründen und stütze sich zu erheblichen Teilen auf Visionen für die Zukunft.

* Obwohl der sündhaft teure Kauf des US-Mobilfunkers Voicestream - eine der Ursachen für den Rekordverlust der Telekom von 24,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr - unmittelbar bevorstand, habe jeder konkrete Hinweis im Prospekt gefehlt.

* Zudem sei verschwiegen worden, dass Voicestream auch durch die Ausgabe neuer Aktien der Telekom bezahlt werden sollte. "Die hierdurch eingetretene Verwässerung der Aktien der Beklagten wird im Verkaufsprospekt nicht einmal angedeutet." Die Telekom, so die Klage, habe ihre Alteigentümer "sehenden Auges ins 'offene Messer' kaufen lassen".

* Vernebelt worden seien auch die bereits beschlossenen Pläne, massiv in deutsche Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard UMTS zu investieren. Hierzu heiße es im Prospekt lediglich, es sollten außer in Großbritannien "möglicherweise in anderen Ländern (z. B. Deutschland und Österreich)" Lizenzen erworben werden. Kurz darauf habe die Telekom 16,6 Milliarden Mark für die deutschen UMTSLizenzen gezahlt - ein Preis, der nicht zuletzt durch ihr eigenes Verhalten bei der Versteigerung der Frequenzen in die Höhe getrieben worden sei. Profitiert habe davon der Bund, also der Hauptaktionär der Telekom. Belastet worden seien insbesondere die "nur wenige Wochen vorher ,herbeigelockten" Kleinaktionäre".

* Außerdem werde das Immobilienvermögen der Telekom im Prospekt "zu hoch und damit falsch bewertet". Wenige Monate nach der Ausgabe der neuen Aktien sei dann angekündigt worden, die Immobilienbewertung um zwei Milliarden Euro zu korrigieren. Bereits 1998 sei der Vorstandsvorsitzende Ron Sommer intern gewarnt worden, die Immobilienbewertung würde "mit den Verkehrswerten in krassem Umfang nicht übereinstimmen".

Umstritten ist, welche Erfolgsaussichten die Klagen haben. Die Telekom hat die Vorwürfe bereits mehrfach zurückgewiesen und beteuert, der Prospekt sei in Ordnung gewesen. Tatsächlich betreten die Kläger juristisches Neuland - ihr Risiko ist jedoch in den meisten Fällen gering. Zahlreiche Rechtsschutzversicherer, darunter die HUK-Coburg und die DEVK, haben Kostenübernahmen zugesagt. "Ich bin sicher, dass sich noch viele melden werden", sagt Peter Gundermann von der Kanzlei Tilp & Kälberer, die ihre Mandanten vor allem über die Internetseite www.t-bakel.de gewinnt und sich selbst als "Wegbereiter für Anlegerrechte" anpreist. "Es wird sicherlich eine Klagewelle geben." Wobei Ansprüche aus der Prospekthaftung beim dritten Börsengang natürlich nur geltend machen kann, wer auch bei der Ausgabe der Aktien oder unmittelbar danach gekauft hat.

Für Telekom-Aktionäre,

die keine Rechtsschutzversicherung haben oder deren Versicherung eine Deckung ablehnt, bieten Tilp & Kälberer sogar ihre Hilfe dabei an, sich an Klagen in den USA anzuhängen. Dort arbeiten die Anwälte auf Erfolgsbasis, sodass zwar eine mögliche Schadensersatzsumme geteilt werden muss, aber vorab keine oder nur geringe Kosten anfallen. Allerdings ist fraglich, ob deutsche Inhaber deutscher Aktien in den USA überhaupt klagen können. Die New Yorker Anwältin Deborah Sturman, die bereits an anderen Verfahren gegen die Telekom beteiligt war, bezweifelt das und sieht daher für deutsche Käger "keine Erfolgschancen".

Aktienexperten beobachten die Bemühungen der verärgerten Kleinanleger ohnehin mit gemischten Gefühlen. So weist Rolf Drees von der Fondsgesellschaft Union Investment darauf hin, dass überzogene Vorwürfe die Glaubwürdigkeit berechtigter Kritik gefährden könnten. Die Nicht-Information über den geplanten Voicestream-Deal etwa habe möglicherweise durchaus im Interesse der Aktionäre gelegen, da es die Verhandlungsposition der Telekom geschwächt hätte, wenn sie ihre Kaufabsicht öffentlich gemacht hätte. Im Falle der UMTS-Lizenzen und der Immobilienbewertung bleibe zwar ein "fader Beigeschmack", doch reiche der nach Einschätzung der von seinem Haus beauftragten Juristen nicht aus, um erfolgversprechend gegen den Prospekt zu klagen.

Profitiert von

den hohen Ausgabekursen der Aktien hat der Bund als Alteigentümer. Allein beim dritten Börsengang 2000 fuhr er rund 15 Milliarden Euro ein, was einen Buchgewinn von 11,7 Milliarden Euro bedeutete. Schon bei der Telekom-Hauptversammlung vor knapp einem Jahr in Köln beklagte der Mannheimer Wirtschaftsanwalt Wolfgang Philipp, durch die Vermögensverschiebung im Aktionärskreis zugunsten des Staates gleiche der Vorgang "eher einer Enteignung als einer Privatisierung". Das Unternehmen Telekom scheint daher manchen Experten als der falsche Adressat für die Schadensersatzansprüche. Sie müssten sich gegen denjenigen richten, der von möglichen Falschaussagen profitiert hat - also den Bund. Nach dem Finanzmarktförderungsgesetz sind die Klagemöglichkeiten eingeschränkt, wenn sie sich nicht gegen das betroffene Unternehmen richten. Für die Aktionäre ist es aber problematisch, gegen die Gesellschaft vorzugehen, an der sie selbst beteiligt sind und der zu schaden ihren Interessen eigentlich widerspricht.

Ob am Ende Geld für die Kläger herausspringt, kann auch von der Strategie der Telekom abhängen. Die Klagen sind, so Drees, "Sand im Getriebe" des Konzerns. Sie würden zwar keinen entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Unternehmens und seiner Aktie haben, seien aber lästig und würden von anderen Aufgaben ablenken. Als schnelle Lösung bleibt ein Vergleich. Da die Verjährung der Ansprüche kurz bevorsteht, hätte die Telekom die Chance, mit einer Zahlung an die kleine Minderheit der damaligen Aktienkäufer, die tatsächlich vor Gericht zieht, das Thema zu erledigen. Denn wer nicht bis zum 26. Mai seine Ansprüche anmeldet, geht in jedem Fall leer aus. "Ich baue in großen Zügen darauf", sagt ein Anwalt von Doerr Kühn Plück & Thoeren zu den Aussichten einer Vergleichslösung. Andere Kanzleien sehen dagegen wegen der bislang kompromisslosen Haltung der Telekom wenig Chancen. Der Konzern selbst wartet ab und will die Spekulationen nicht anheizen. Er verweist nur auf die Äußerungen von Vorstandschef Ricke und anderen, in denen die Telekom jedes Fehlverhalten bestreitet. Darüber hinaus lehnt das Unternehmen vorerst jede Stellungnahme ab.

Johannes Röhrig/Stefan Schmitz / print
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.