Tourismus Kostenloses Umbuchen für Reisen in Krisenregion


Deutschlands führende Reisekonzerne bieten wegen des bevorstehenden Irak-Krieges kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten für Reisen in potenzielle Krisenregionen an.

Alle deutschen Reiseveranstalter trafen eine vergleichbare Regelung - von kleineren Abweichungen bei den Zielen und der Dauer des Umbuchungsangebots abgesehen. Demnach können Reisen in die Türkei und nach Zypern, in arabische Länder wie Ägypten, Jordanien und die Vereinigten Arabische Emirate sowie in die nordafrikanischen Länder Marokko und Tunesien ab sofort oder mit Kriegsbeginn kostenlos auf andere Ziele und Reisetermine geändert werden. Wer auf eine bereits gebuchte Reise ganz verzichten wolle, müsse allerdings weiterhin die üblichen Stornierungskosten tragen, hieß es am Mittwoch übereinstimmend bei allen Reiseveranstaltern. Das Auswärtige Amt verschärfte zudem seine Reisehinweise für die Türkei.

Stichtag 30. April

Bei den meisten Anbietern wie den Marktführern TUI und Thomas Cook, den Pauschalanbietern der Rewe Touristik und FTI können bis zum 30. April sämtliche Reisen in die genannten Länder unabhängig vom Reisedatum umgebucht werden. Bei den Rewe-Veranstaltern Dertours und Meier's Weltreisen sowie der TUI-Billigtochter 1-2-Fly gilt diese Regelung vorerst nur für Reisen, die bis Ende April stattfinden sollten. Bei den britischen Veranstaltern des TUI-Konzerns gab es dagegen zunächst keine Umbuchungsangebote. Dort richte man sich strikt nach den Reisewarnungen der Bundesregierung.

Bisher keine Evakuierung geplant

Auch die deutschen Reisekonzerne sehen die genannten Urlaubsländer vorerst weiterhin als sicher an. Auch nach einem Militärschlag der USA gegen Irak, der nach dem Ablauf eines US-Ultimatums am frühen Donnerstagmorgen erwartet wird, werde es zunächst keine Evakuierungen von Urlaubsorten in den genannten Ländern geben. Mit der kostenlosen Umbuchungsmöglichkeit wolle man Urlaubern entgegen kommen, die aus Angst vor Vergeltungsanschlägen nicht in arabische Länder reisen wollten. Wer seinen Urlaub abbrechen wolle, könne dies auch tun, allerdings ohne Entschädigung. Bis Mittwoch habe es nur vereinzelt Stornierungs- und Umbuchungswünsche gegeben, hieß es.

Südosten der Türkei gilt als gefährdet

Das Auswärtige Amt verschärfte unterdessen seine Reisehinweise für die Türkei, dabei vor allem für den Südosten des Landes, der an Irak grenzt. "In der gesamten Türkei ist erhöhte Vorsicht wegen der Gefahr von Terroranschlägen geboten", heißt es in dem im Internet (www.auswaertiges-amt.de) veröffentlichten Reisehinweis. Deutsche Staatsbürger wurden aufgerufen, die unmittelbar an den Irak angrenzenden Provinzen zu verlassen. Reisewarnungen bestehen seit längerem bereits für Irak, Kuwait und Jemen.

Weitere Hotelkontingente im westlichen Mittelmeer

Die Reisekonzerne können vorerst nicht einschätzen, in welchem Umfang von der Möglichkeit zur Umbuchung Gebrauch gemacht werden könnte. Gerade für die kommenden Wochen seien die Ziele im östlichen Mittelmeerraum und den arabischen Ländern wenig gebucht worden, hieß es. Im vorigen Jahr betrug der Anteil der für kostenlose Umbuchung vorgesehenen Reiseziele am Gesamtumsatz bei TUI den Angaben zufolge etwa 13 Prozent, bei Thomas Cook elf Prozent. Allerdings hatten sich alle großen Reiseveranstalter in den vergangenen Monaten bereits mit Blick auf einen möglichen Irak-Krieg zusätzliche Hotelkontingente in westlichen Mittelmeerregionen wie etwa auf der Baleareninsel Mallorca, auf dem spanischen Festland oder auch in Kroatien und Bulgarien gesichert.


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