Tourismus TUI: Drastischer Buchungsrückgang für Türkei und Ägypten


Bei Europas größtem Reiseveranstalter TUI Deutschland sind nach Beginn des Irak-Kriegs die Umsätze mit Urlauben in der Türkei, Ägypten und Tunesien drastisch eingebrochen.

Bei Europas größtem Reiseveranstalter TUI Deutschland sind nach Beginn des Irak-Kriegs die Umsätze mit Urlauben in der Türkei, Ägypten und Tunesien drastisch eingebrochen. «Im Moment sind wir in Ägypten bei 32 Prozent, in der Türkei 41 Prozent unter dem Vorjahr», sagte der Vorstandsvorsitzende der TUI AG (Hannover), Michael Frenzel, in einem Interview der «Bild»-Zeitung. Enorme Zuwächse gebe es hingegen für die Dominikanische Republik und USA mit plus 31 Prozent.

1.000 Umbuchungen am Tag

Frenzel sagte, eine Welle von Stornierungen gebe es aber nicht. Bis zu 1.000 Urlauber würden zur Zeit täglich ihre Reise umbuchen und sich für Ziele im westlichen Mittelmeer entscheiden. So bleibe der Umsatz im Unternehmen. Von einem Boom insbesondere für Spanien könne aber nicht die Rede sein. Ein Sprecher ergänzte, dass auch Tunesien stark rückläufig sei, Kuba dafür kräftig zulege. Ähnliche Trends gebe es auch auf dem zweitwichtigsten TUI-Markt Großbritannien nach Ausbruch des Kriegs im Irak.

Gespräche mit Aldi bestritten

Frenzel bestritt in dem Interview, dass es Gespräche zwischen dem Konzern und dem Discounter Aldi zum Vertrieb von Reisen gegeben habe. Allerdings soll die TUI-Tochter Berge & Meer nach Angaben aus Konzernkreisen über eine Agentur mit Aldi verhandeln. Berge & Meer, eine 75-prozentige Beteiligung von TUI, vertreibt bereits Reisen bei Tchibo, Tankstellen und über Callcenter.

Keine Entlassungen

Frenzel bekräftigte, es sei weiter offen, ob bei dem im Rahmen des Sparprogramms geplanten Personalabbau betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden könnten. «Wir versuchen, Mitarbeiter in unsere Zeitarbeitsfirma auszugliedern.» Es werde aber keine «Entlassungswelle» geben. Weitere Übernahmen schloss Frenzel aus. «Es gibt keine Bereitschaft und auch keine Kraft im Finanzsektor, so was zu finanzieren.» Oberste Priorität habe der Abbau der Schulden des Konzerns.


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