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US-Internetkonzern: Googles starke Zahlen beflügeln Börse

In Zeiten der Hypothekenkrise hat der US-Internetkonzern Google mit starken Quartalszahlen überrascht - und die Aktienkurse steigen lassen. Laut Analysten könnten die Ergebnisse auch Auswirkungen auf den Übernahmepreis von Konkurrent Yahoo haben.

Der US-Internetkonzern Google hat zu Jahresbeginn deutlich mehr verdient als erwartet und damit Sorgen vor einer Schwäche des Online-Werbemarktes und Belastungen aus dem US-Wirtschaftsabschwung weggefegt. Anleger reagierten euphorisch, Google-Aktien legten nachbörslich fast 20 Prozent zu. Der Konzern verdiente im ersten Quartal mit 1,31 Milliarden Dollar knapp ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Auch der Umsatz legte zu und erstmals in der Firmengeschichte nahm Google mehr Geld in Übersee als in den USA ein. "Es ist uns klar, dass wir für 2008 und darüber hinaus gut aufgestellt sind - unabhängig von dem wirtschaftlichen Umfeld, das uns derzeit umgibt", sagte Firmenchef Eric Schmidt. Analysten waren beeindruckt: "Die Jungs haben echt geliefert", sagte der Investmentstratege Peter Dunay von Meridian Equity Partners.

Der Dax startete in der Folge mit Kursgewinnen in den Handel. Der Leitindex stieg um 0,7 Prozent auf 6730 Punkte. Händler führten die wieder bessere Stimmung auf die starken Quartalszahlen von Google zurück. Die Gewinne gingen quer durch alle Branchen. So legten Aktien der Deutschen Bank, von Bayer und Daimler je etwa ein Prozent zu.

Starkes Ergebnis könnte Übernahme-Preis von Yahoo steigern

Pro Aktie verdiente Google im ersten Quartal vor Sonderposten 4,84 Dollar, während Analysten im Schnitt mit "nur" 4,53 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz sprang um 42 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar - erwartet worden waren 5,13 Milliarden.

Die starken Google-Zahlen könnten nach Einschätzung von Experten auch Auswirkungen auf den Preis für die geplante Übernahme des Wettbewerbers Yahoo durch Microsoft haben. Die Google-Ergebnisse würden signalisieren, dass der Online-Werbemarkt intakt sei, sagte Analyst Dunay. "Das sollte Yahoo helfen, einen höheren Preis herauszuschlagen, falls das Unternehmen einer Übernahme zustimmt."

Microsoft will Yahoo für gut 42 Milliarden Dollar übernehmen und damit die Vorherrschaft von Google vor allem auf dem Werbe-Markt im Internet angreifen. Das Yahoo-Management hat den Preis aber als zu niedrig bezeichnet.

Schlussquartal 2007 war schlechter als erwartet

Mit seinem rasanten Wachstum hat sich der Branchenprimus Google in der Vergangenheit den Ruf erworben, regelmäßig die Markterwartungen zu übertreffen. Im Schlussquartal 2007 blieb der Konzern aber erstmals seit langem hinter den Schätzungen zurück. Anleger hatten zuletzt befürchtet, der Online-Werbemarkt nähere sich seiner Sättigung und sei anfällig für eine Konjunkturabkühlung.

Google-Aktien hatten am Donnerstag an der Wall Street 1,2 Prozent schwächer mit 449,54 Dollar geschlossen. Als die Zahlen nach Börsenschluss vorgelegt wurden, schoss der Kurs zeitweise bis auf 530 Dollar nach oben.

DPA/Reuters / DPA / Reuters