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Verkauf der insolventen Warenhauskette: Russisches Konsortium bietet für Karstadt

Jetzt sind auch die Russen interessiert: Als Käufer für die insolvente Karstadt-Kette mischt nun offenbar ein Investor aus St. Petersburg mit. Es ist der vierte Interessent.

Ein russisches Konsortium hat nach "Spiegel"-Informationen ein offizielles Angebot zum Kauf der insolventen Warenhauskette Karstadt abgegeben. Die Gruppe unter Führung des Petersburger Unternehmers Artur Pachomow wolle "für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag" 100 Prozent der Geschäftsanteile erwerben. Die Gruppe habe ihr Angebot am Freitag beim Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg abgegeben, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Am Freitag hatten drei Kaufinteressenten bestätigt, dass sie Angebote vorgelegt hätten. Neben dem deutsch-skandinavischen Investor Triton reichten die Investmentgesellschaft Berggruen sowie das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet zum Ende der Bieterfrist ihre Offerten ein, wie die drei Unternehmen bestätigten. In dem Angebotsschreiben aus Russland heißt es dem "Spiegel"-Bericht zufolge, das Konsortium beabsichtige, "der Karstadt Warenhaus AG nach Übernahme der Geschäftsanteile liquide Mittel" für die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts 2010 zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus solle ab 2011 "durch Investitionen in einer jährlichen Größenordnung von 80 Millionen Euro die Karstadt Warenhaus AG langfristig gesichert werden".

Strategisches Ziel des Investments sei es, die wirtschaftliche Basis des Unternehmens "durch punktuelle Internationalisierung des Warenhaus-Geschäftes an attraktiven Standorten außerhalb Deutschlands zu verbreitern", zitierte der "Spiegel" aus dem Angebotsschreiben. In St. Petersburg stehe bereits eine geeignete Immobilie zur Verfügung. Zu den Beratern der Investoren gehören dem Bericht zufolge mehrere ehemalige Karstadt-Manager, darunter der Ex-Vorstandschef der Karstadt Warenhaus AG, Helmut Merkel.

AFP / AFP