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Volkswagen: Turbulenzen wegen Schmiergeldaffäre

Klaus Volkert, Betriebsratschef von Volkswagen, ist zurückgetreten. Während der Betriebsrat beteuert, dieser Schritt sei lange geplant, sprechen Medien von einer "Bestechungsaffäre" - und dass nun auch Prominente vom Skandal erfasst werden.

Der VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert hat bei einer Betriebsratsversammlung in Wolfsburg seinen Rücktritt bekannt gegen. Verwirrung gab es dann aber um die Gründe dafür: Das Emdener Betriebsratsmitglied Rolf Behrens teilte mit: "Das ist ein lang geplanter Schritt, es soll einen strategischen Übergang zu seinem Nachfolger Bernd Osterloh geben." Dagegen meldete "Spiegel online", dass Volkert in die Bestechungsaffäre um den Skoda-Personalvorstand Helmut Schuster verwickelt sein soll. Bereits am Wochenende hatte das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, dass es im Volkswagen-Konzern möglicherweise eine Schmiergeldaffäre gäbe. Skoda-Personalvorstand Helmut Schuster habe seinen Posten räumen müssen, weil er Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt und sich Aufträge vom VW-Konzern erschlichen haben soll. VW erklärte dazu, die Revisionsabteilung prüfe den Sachverhalt.

Auch Hartz angeblich vor Rücktritt

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Wirtschaftswoche" steht deshalb angeblich auch der VW-Personalvorstand Peter Hartz vor dem Rücktritt. Die Affäre um Schuster, einem engen Hartz- Vertrauten, habe offenbar weit größere Dimensionen als bisher bekannt, meldete das Magazin unter Berufung auf gut informierte Kreise. Der Rücktritt von Betriebsratschef Klaus Volkert am Donnerstag sei erst die "Spitze des Eisbergs". Volkswagen dementierte dies umgehend über einen Sprecher: "Dr. Hartz ist und bleibt Personalvorstand der Volkswagen AG."

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Vertreter des größten VW-Aktionärs und Konzernchef Bernd Pischetsrieder seien wegen der Affäre derzeit in permanenten Krisengesprächen. Wie die "Wirtschaftswoche" weiter berichtet, könnten schon bald noch weit prominentere Personen von dem Skandal erfasst werden. Das Magazin beruft sich dabei auf einen "mit dem Vorgang Befassten" Informaten, der Namen aus höchsten Regierungsämtern des Landes und des Bundes nannte.

"Lückenlose Aufklärung"

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat nun eine lückenlose Aufklärung aller Vorwürfe in der VW-Schmiergeldaffäre angekündigt. "Volkswagen hat vor einigen Tagen die Staatsanwaltschaft Braunschweig eingeschaltet, um vorliegenden Hinweisen des Konzerns weiter nach zu gehen. Volkswagen arbeitet hierbei eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Dabei wird allen vorliegenden Hinweisen nachgegangen und für vollständige Aufklärung gesorgt", erklärte der VW-Chef. Zu Details äußerte er sich nicht weiter.

AP, DPA, Reuters / AP / DPA / Reuters