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Vor EU-Sondergipfel in Brüssel IWF: "Griechische Schuldenlast auf Messerschneide"


Wenige Tage vor dem Spitzentreffen der EU in Brüssel, mahnt der Leiter der Mission des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Griechenland das Land zu einem konsequenten Sparprogramm. Die Schulden des Staates werden ihm zufolge fühestens in einem Jahr wieder sinken.

Die Bewältigung der griechischen Schuldenkrise steht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf "Messers Schneide". "Die griechische Schuldenlast ist tragbar, aber es steht, wie wir sagen, auf Messers Schneide", sagte der Leiter der IWF-Mission in Griechenland, der stellvertretende IWF-Europachef Poul Thomsen, in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Ethnos". Die beschlossenen Maßnahmen müssten "wie geplant angewendet werden, oder die Tragbarkeit der Schulden wird in Frage gestellt werden".

"Das Programm wird nicht weiter die erwünschten Ergebnisse liefern, wenn es keine echte Kräftigung der Strukturreformen im staatlichen Sektor gibt", warnte der IWF-Vertreter. Bislang habe das Sanierungsprogramm immerhin "das meiste, was wir erreichen wollten", erreicht.

Der IWF hatte vergangenes Jahr mit der Europäischen Union ein Hilfspaket für das vom Bankrott bedrohte Griechenland mit einem Umfang von 110 Milliarden Euro geschnürt. Angesichts der anhaltenden Krise beraten die Euro-Länder derzeit über ein weiteres Hilfspaket für Griechenland, am Donnerstag findet dazu ein Sondergipfel in Brüssel statt. Der IWF hatte vergangene Woche erklärt, Athen benötige weitere 100 Milliarden Euro, um einen Zahlungsausfall zu verhindern. Das Geld müsse von der EU und privaten Gläubigern kommen, forderte die internationale Finanzinstitution. Thomsen sagte am Sonntag, Griechenlands Schuldenstand werde seinen Höhepunkt in ein bis zwei Jahren erreichen und dann stetig sinken.

AFP AFP

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