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WÄHRUNGSGIPFEL: Appell zur Überwindung der globalen Schuldenkrise

Zum Abschluss der Herbsttagung von IWF und Weltbank wurde außerdem ein Abkommen für ein Konkurssystem von überschuldeten Ländern verabschiedet.

Mit einem Appell zur Überwindung der globalen Schuldenkrise ist der Weltwährungsgipfel in Washington zu Ende gegangen. IWF-Generaldirektor Horst Köhler erklärte am Sonntagabend, einer der wichtigen Erfolge auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank sei ein Abkommen über ein Konkurssystem für überschuldete Länder. Zugleich sicherten Finanzminister und Notenbankchefs zu, alles zu unternehmen, um negative Folgen der Börsenturbulenzen auf die Weltkonjunktur zu unterbinden.

Durchbruch bei Schuldenkrise

Das noch zu entwickelnde Konkurssystems für überschuldete Länder sieht vor, das deren Gläubiger zum Aushandeln günstigerer Rückzahlungsbedingungen verpflichtet werden sollen. »Das ist eine Art von Durchbruch«, sagte Köhler. Hintergrund des Vorstoßes ist unter anderem die gravierende Schuldenkrise in Lateinamerika. Die Initiative war ursprünglich eine Reaktion auf die asiatische Finanzkrise von 1997-98, die 40 Prozent der Weltwirtschaft in die Rezession stürzte. Sie kam wegen des Widerstands der großen Banken in den reichsten Ländern der Welt jedoch nur stockend voran.

Kampf für gerechtere Welt

Köhler und Weltbankpräsident James Wolfensohn erklärten, es müsse noch viel getan werden zur Überwindung der Kluft zwischen Arm und Reich. »Der Kampf für eine gerechtere Welt ist der Kampf um dauerhaften Frieden - etwas, das mit militärischer Gewalt allein nie erreicht werden kann«, sagte Wolfensohn. Er verwies auf eine Vielzahl von Initiativen der Weltbank etwa zur Verbesserung der Trinkwasserqualität in armen Ländern oder im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids.

Vorsichtiger Optimismus

Während der Tagung hatten sich Finanzexperten trotz der anhaltenden Börsenschwäche und der Krise in Lateinamerika vorsichtig optimistisch zur weiteren Konjunkturentwicklung geäußert. Die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der sieben führenden Industriestaaten (G-7) brachten ihre Erwartung zum Ausdruck, dass sich das Wirtschaftswachstum im den kommenden Monaten beschleunigen wird. Die USA, Europa und Japan bekräftigten, an einer Lösung für die strukturellen Probleme zu arbeiten, die die Konjunkturentwicklung dämpften. US-Finanzminister Paul O?Neill rechnete damit, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im Laufe des kommenden Jahres ein Wachstum von drei bis 3,5 Prozent erreichen dürfte.