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ESM-Chef Regling: Griechenland muss weiter reformieren

Hinsichtlich der Fortschritte in der Schuldenkrise hat der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, Griechenland gelobt. Jedoch müsse das Land "noch viele Strukturreformen vornehmen".

"Ich kann die griechische Regierung nur ermuntern, auf dem Weg der Reformen weiterzugehen", so Regling

"Ich kann die griechische Regierung nur ermuntern, auf dem Weg der Reformen weiterzugehen", so Regling

Der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, hat Griechenland bei der Überwindung der Schuldenkrise erhebliche Fortschritte attestiert, das Land aber vor nachlassenden Anstrengungen gewarnt. "Griechenland muss noch viele Strukturreformen vornehmen, um Hürden abzubauen, die heute das Wachstum hemmen", sagte Regling der "Welt". "Wir sind am Ende eines Prozesses, der dank Reformen in Griechenland Fortschritte gebracht hat, mehr als viele in Deutschland bereit sind anzuerkennen", lobte der ESM-Chef. "Aber wir sind noch nicht am Abschluss. Ich kann die griechische Regierung nur ermuntern, auf dem Weg der Reformen weiterzugehen", sagte Regling.

Beim zwischen Griechenland und den Gläubigern vereinbarten Ziel, den Primärüberschuss auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung anzuheben, gebe es noch unterschiedliche Auffassung, räumte Regling ein. "Die Griechen sagen: Wir sind fast da - weil die alten Reformen stärker wirken, als die Troika anerkennt, und die griechischen Prognosen haben sich in den vergangenen Jahren tatsächlich oft als richtig erwiesen."

Verlängerung des Rettungsprogramms?

Griechenlands Vize-Regierungschef Evangelos Venizelos hatte am Freitag erklärt, er rechne bis zum 15. Dezember mit dem Abschluss einer vorläufigen Vereinbarung mit den Inspektoren von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Die Gespräche über die letzte Kredittranche waren wegen der Unstimmigkeiten über die Haushaltspolitik ins Stocken geraten.

In der Euro-Zone steht deswegen eine Verlängerung des Griechenland-Rettungsprogramms bis Mitte kommenden Jahres zur Debatte. Regling sagte: "Eine vorsorgliche Kreditlinie ist eine Option." Die Hilfen laufen eigentlich zum Jahresende aus. Der Regierung in Athen könnten aber sechs weitere Monate nahegelegt werden, damit sie die Bedingungen für die Auszahlung der letzten ausstehenden Kredittranche erfüllen kann. Griechenland will nächstes Jahr an die Finanzmärkte zurückkehren. Die Euro-Partner und der IWF hatten das Schuldenkrisen-Land mit zwei Hilfsprogrammen über 240 Milliarden Euro vor der Staatspleite gerettet,

and/Reuters / Reuters