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Webers Wechsel zur Deutschen Bank: Grüne: Bundesbänker soll drei Jahre warten

Die Grünen sehen einen möglichen raschen Wechsel von Bundesbankpräsident Axel Weber zur Deutschen Bank kritisch. Ein schneller Wechsel von der Bundesbank zur Deutschen Bank wäre heikel, da die Bundesbank auch Aufgaben in der Bankenaufsicht und bei der Bankenrettung übernommen habe.

Die Grünen fordern für den amtierenden Bundesbankpräsidenten Axel Weber im Falle eines Wechsels in die Wirtschaft eine Karenzzeit. Eine Übergangszeit von einem Jahr sei ein absolutes Minimum, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, am Donnerstag "Handelsblatt Online". "Besser wären noch drei Jahre, wie es die Antikorruptionsorganisation Transparency International fordert", sagte Schick. Der 53-jährige Volkswirtschaftsprofessor Weber, der als Favorit für den Präsidentenposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) galt, steht nach Informationen aus Kreisen nicht mehr als Kandidat für das Spitzenamt zur Verfügung. Als dies am Mittwoch durchsickerte, kochten Spekulationen hoch, Weber werde zur Deutschen Bank wechseln.

Ein schneller Wechsel von der Bundesbank zur Deutschen Bank wäre nach Schicks Ansicht auch deshalb heikel, da die Bundesbank auch Aufgaben in der Bankenaufsicht und bei der Bankenrettung übernommen hatte. "Auch Axel Weber hat Einblick in Informationen über konkurrierende Institute nehmen können", sagte der Grünen-Politiker. "Ein Seitenwechsel von Aufsicht zu beaufsichtigtem Institut muss deshalb besonderen Regeln wie einer Karenzzeit unterliegen. Alles andere würde dem Finanzplatz Deutschland, aber auch dem Ruf der Bundesbank sehr schaden", sagte Schick.

Der Politiker forderte Weber zudem auf, "baldmöglichst Klarheit über seine Pläne" herbeizuführen, berichtete "Handelsblatt Online"

AFP/Reuters / Reuters