Sondersteuer Bacardi streicht 40 Arbeitsplätze

Der Rumhersteller Bacardi zieht aus der Sondersteuer auf Alcopops Konsequenzen und entlässt an seinem Standort Buxtehude erste Arbeiter. Experten rechnen mit weiteren Entlassungen bei anderen Herstellern.

Wegen der Sondersteuer für Mischgetränke mit Spirituosenanteil (Alcopops) streicht der Rumhersteller Bacardi 40 von 113 Arbeitsplätzen an seinem Standort Buxtehude. Der Markt werde sich ungünstig entwickeln, weil Mischgetränke auf der Basis von Bier und Wein um bis zu 70 Prozent billiger angeboten werden könnten, teilte Bacardi am Freitag in Hamburg mit. In Buxtehude werden unter anderem die Alcopops Rigo und Breezer hergestellt, die gemessen an der Anzahl der Flaschen mehr als die Hälfte des Bacardi-Absatzes ausmachen.

Abfüllanlage seit zwei Jahren erweitert

Bacardi hatte die Abfüllanlage im niedersächsischen Buxtehude erst vor zwei Jahren mit einer Investition von zehn Millionen Euro erweitert und damit die Kapazität von 42 auf 280 Millionen Flaschen erhöht. Damals hieß es, Bacardi wolle so die rasant steigende Nachfrage nach innovativen leichten Mixspirituosen bedienen und schaffe 100 Arbeitsplätze in Produktion, Logistik und Export. In Buxtehude werden Spirituosen sowohl für den nationalen wie für internationale Märkte abgefüllt.

Nachdem nun eine Sondersteuer von 80 bis 90 Cent je Flasche für diese Getränke gilt, um Jugendliche vom Konsum abzuhalten, rechnen Experten damit, dass der Markt weitgehend zusammenbricht. Es sind bereits zahlreiche Ersatzprodukte auf der Basis von Wein und Bier auf dem Markt, für die keine Sondersteuer entrichtet werden muss und die zudem legal bereits mit 16 Jahren erworben werden können. Bacardi hat wegen seines starken Markennamens, der mit weißem Rum identifiziert wird, noch keine Entscheidung über die Produktion von Ersatzprodukten getroffen. (DPA)

DPA

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