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Neuer Drink El Rey: Dieser Cocktail könnte Rum ganz groß machen

Eine Melange aus Rum, Zucker und Verjus: Der El Rey Cocktail aus der Luft
Eine Melange aus Rum, Zucker und Verjus: Der El Rey Cocktail aus der Luft
© Natalie van Wyk / PR
Der Daiquiri war Hemingways Lieblings-Drink und gilt als König der Rum-Cocktails. Nun hat ein Münchner Barkeeper eine Variante entwickelt, die den Klassiker entthronen soll. Die wichtigste Zutat ist ein beinahe in Vergessenheit geratener Essig-Ersatz.

Spricht man in einer Bar über Rum, landet man über kurz oder lang beim Daiquiri - jenem Gemisch aus weißem Rum, gepresstem Limettensaft, Zucker und Eis, das bereits Ernest Hemingway um den Verstand brachte. Bis heute gilt der Daiquiri als König der Rum-Cocktails.

Doch nun plant der Münchner Bartender Lukas Motejzik nicht weniger als den Königsmord. Für den internationalen Cocktailwettbewerb Bacardi Legacy entwarf der Mann, der im angesagten "Zephyr" in München hinter dem Tresen steht, einen Drink, der die Anatomie des Klassikers aufgreift, jedoch entscheidende Details abwandelt.

Er heißt "El Rey", zu deutsch "Der König", und schon der Name macht klar: Das Ziel ist der Thron.

El Rey: Diesen Rum sollte man wählen

Beim El Rey handelt sich um einen klassischen Drei-Zutaten-Cocktail nach bewährtem Muster: Ein bisschen Säure, ein wenig Süße und viel Wumms. Die Basis-Spirituose ist Rum, am besten wählt man eine milde, nicht zu lang gelagerte Sorte. Für den Wettbewerb greift Motejzik auf Bacardi Reserva Ocho zurück, eine empfehlenswerte Alternative ist Santa Teresa 1796 Rum aus Venezuela. Der El Rey könne aber auch mit Bourbon gemixt werden, so sein Erfinder.

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Das Original-Rezept lautet:

  • 5 cl Bacardi Reserva Ocho
  • 2 cl Zuckersirup
  • 3 cl Verjus

Alle Zutaten werden mit ausreichend Eis in ein Rührglas gegeben, anschließend sollte man 15 Sekunden kräftig rühren. Den Drink nun in ein vorgekühltes Glas abseihen und mit einer  Limettenzeste garnieren.

Verjus: Die Säure macht den Unterschied

Was den El Rey von anderen Daiquiri-Varianten unterscheidet ist das Verjus, welches statt einer klassischen Säurequelle wie Limetten- oder Zitronensaft verwendet wird. Dabei handelt es sich um klaren, gepressten Saft aus unreifen Trauben, der aufgrund seiner eleganten Säure jahrhundertelang in der mitteleuropäischen Küche selbstverständlich war, in Zuge des weltweiten Handels dann jedoch von Zitronen verdrängt wurde. Verjus geriet in Vergessenheit, erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten jedoch ein Comeback - zunächst in der Spitzengastronomie, nun in der Bar.

Die steigende Popularität zeigt sich auch daran, dass immer mehr Hersteller auf den Zug aufspringen. Cognac-Produzenten steigen in das Geschäft ein, mittlerweile gibt es auch Bio- und sogar Demeter-Varianten. "Ich nutze für meinen Drink den Verjus von Kögler", sagt Motejzik. "Der hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine straffe Säure. Viele sind eher zum Kochen und dadurch etwas süßer."

Praktisch: Im Gegensatz zu Wein hält sich Verjus im Kühlschrank Wochen, wenn nicht gar Monate. Zudem eignet es sich als Essig-Ersatz für ein leckeres Salat-Dressing. 

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Das Zeug zum modernen Klassiker

"Den Drink hatte ich schon zwei Jahre im Kopf", erzählt Motejzik im Gespräch mit dem stern. "Eigentlich ist ein Drink mit drei Zutaten zu simpel für einen Wettbewerb. Doch ich war gerade von dieser Einfachheit überzeugt - und es hat nochmal funktioniert."

Nochmal, weil der Münchner Bartender bereits vor acht Jahren die Vorqualifikation für die Bacardi Legacy gewonnen und beim Finale in Puerto Rico teilgenommen hat. Damals ging er mit einem aufregenden Drink mit Popcorn- und Grapefruit-Aromen an den Start, diesmal setzt er auf den eleganten El Rey. Ursprünglich sollte das Finale im Mai in Miami stattfinden, wegen der Coronakrise wurde es jedoch verschoben. Wann der Drink die ganz große Bühne bekommt, ist noch unklar.

Ob sich der El Rey in zehn, 15 Jahren neben modernen Klassikern wie Dick Bradsells Bramble, Audrey Saunders Old Cuban oder Jörg Meyers Gin Basil Smash auf den Karten von London bis Singapur finden lässt, wird sich zeigen. Zumindest in der Theorie erfüllt er die wichtigsten Kriterien: Er hat einen griffigen Namen, ein simples Rezept, ist wandelbar und besteht aus Zutaten, die man überall auf der Welt bekommt.

Der König ist tot. Lang lebe der König!

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