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"Die Stunde Null" "Eine neue Welle der Automatisierung": Tech-Investor Ludwig Ensthaler über die Chancen der Krise

Ludwig Ensthaler
Ludwig Ensthaler investiert in junge Tech-Firmen
© PR
Ex-Rocket-Investor Ludwig Ensthaler hat mitten in der Krise einen 170-Millionen-Fonds gegründet. Im Podcast erzählt er, warum der Fonds in junge Software-Start-ups investiert und wie sich die deutsche Gründerszene wandelt.

Es war ein Paukenschlag für die deutsche Tech-Szene in diesem Jahr: Mitten in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten starteten drei prominente Köpfe einen neuen Fonds, der vor allem in junge Softwarefirmen investiert. 468 Capital heißt der Fonds, in Rekordzeit wurden 170 Millionen Euro eingesammelt.

Das Trio besteht aus dem ehemaligen Rocket-Internet-Vorstand Alexander Kudlich, aus Ludwig Ensthaler, der zuletzt für den Rocket-Investmentarm Global Founders Capital in den USA investierte – sowie dem Seriengründer Florian Leibert. Für Ludwig Ensthaler konnte es kein besseres Timing für 468 Capital geben, Corona hin oder her: "Alle Fonds, die in der Krise gegründet wurden, waren die besten. Das war immer so", sagt er im Podcast "Die Stunde Null" (Hier direkt reinhören). 

Das habe auch mit den Gründern zu tun, in die man nun investiere. "Wer gründet denn gerade? In den vergangenen Jahren war es auch schick, zu gründen – das ist nicht schlimm, aber es hat auch dazu geführt, dass einige Leute gegründet haben, um zu gründen, was nicht die beste Motivation ist", sagt Ensthaler. "Wer derzeit gründet, der meint es wirklich ernst, der hat eine Idee, die er verfolgen will, allen Widerständen zum Trotz und wird sie auch durch schwere Zyklen durchfighten. Die Firmen, die in Krisenzeiten entstehen, sind widerstandsfähiger, von der Sache und der Idee getrieben."

Zeit, die Dinge neu zu sehen
Dieser Text ist Teil der Initiative "Zeit, die Dinge neu zu sehen" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner+Jahr gehört, in dem der stern erscheint. Gemeinsam wollen wir dazu anregen, den Blick auf positive Aspekte der Veränderungen nach der Corona-Pandemie zu richten, neue Perspektiven einzunehmen und den aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Mehr Informationen gibt es unter www.zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de.

Verlagerung der deutschen Gründerszene

Ensthaler sieht in dem Fokus seines Frühphasen-Fonds auf Software und Automatisierung auch eine Verlagerung in der deutschen Gründerszene: "In den vergangenen zehn Jahren war Startup gleich Berlin. Berlin ist gut darin, Consumer-Startups zu bauen, wie HelloFresh, Delivery Hero oder Zalando", sagt Ensthaler. "Deutschland war nicht so gut darin, technologieintensive Startups zu schaffen. Die sehen wir aber jetzt vermehrt, und sie entstehen vor allem in forschungsstarken Unizentren wie in Karlsruhe." Als weitere Cluster nennt Ensthaler Saarbrücken, Tübingen und Stuttgart. "Da passiert derzeit viel."

Ensthaler prophezeit eine "neue Welle in der Automatisierung". In den USA habe er erlebt, wie die Umsetzung von Technologien oft schneller gehe als erwartet, "sogar raketenschnell". "Automatisierung ist seit fünf Jahren ein großes Thema", sagt er. "Aber seit Corona ist es nicht nur ein Thema im Kopf, sondern ist im Jetzt angekommen. Die Adaptierbarkeit für Automatisierungstechnologien hat in der Krise einen großen Sprung gemacht – das gleiche gilt ja für Online-Konferenzen oder E-Learning. Software wird noch relevanter für unsere Ökonomie und das Zusammenleben."

Hören Sie jetzt in der neuen Folge von "Die Stunde Null" :

  • wie die Arbeitsteilung und Zusammenarbeit zwischen Florian Leibert, Alexander Kudlich und Ludwig Ensthaler läuft
  • woher der Name 468 Capital kommt
  • wie das Team die Gründer findet, wie sie derzeit reisen – und ob Ludwig Ensthaler auch auf LinkedIn-Anfragen antwortet
  • wie er Deep Tech so erklärt, dass es auch Ihre Mutter versteht.

Alle Folgen direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

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