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Tarifkonflikt: Warnstreiks bei DaimlerChrysler und Osram

Mit Warnstreiks in mehreren Bundesländern hat sich der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie zugespitzt.

Mit Warnstreiks in mehreren Bundesländern hat sich der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie zugespitzt. Nach ersten Schätzungen der Gewerkschaft IG Metall folgten am frühen Donnerstagmorgen tausende Beschäftigte dem Streikaufruf und legten für jeweils eine Stunde die Arbeit nieder. Dadurch sei die Produktion bei Unternehmen wie dem Autobauer DaimlerChrysler und dem Licht-Spezialisten Osram kurzfristig ins Stocken geraten. «Wenn die Arbeitgeber glauben, wir sind nicht handlungsfähig, dann ist das ein Glaube, der sehr teuer werden kann», sagte der Stuttgarter IG Metall-Chef Jürgen Stamm der dpa. In den kommenden Tagen müssten die Arbeitgeber mit weiteren gezielten Aktionen rechnen.

Die Warnstreiks hatten unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Berlin begonnen. Die IG Metall fordert für die knapp 3,5 Millionen Beschäftigten der Branche vier Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. Die Arbeitgeber haben bislang stufenweise Erhöhungen von je 1,2 Prozent für 27 Monate angeboten. Dies ist an eine Arbeitszeitverlängerung auf bis zu 40 Stunden ohne Lohnausgleich geknüpft.

Gewerkschaft: Keine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich

Diese Forderung hatte IG Metall-Vize Berthold Huber am Mittwochabend zurückgewiesen und ein neues Angebot verlangt. Was bislang auf dem Tisch liege, sei keine Grundlage für eine Verhandlungslösung, sagte er vor Betriebsräten in Rüsselsheim. Wer eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich verlange, nehme in Kauf, dass das Land in eine harte Auseinandersetzung getrieben werde. Die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche mit oder ohne Bezahlung werde branchenweit mindestens 400 000 Jobs kosten, so Huber.

Die Streikaktionen der ersten Nacht zielten besonders auf den Stuttgarter Autohersteller DaimlerChrysler. In den Werken Sindelfingen und Mannheim verließen insgesamt rund 1800 Beschäftigte für eine Stunde ihre Plätze in der Fahrzeug- und Motorenproduktion. Die Metaller zogen mit hunderten Fackeln und Transparenten über das Konzerngelände. Bestreikt wurden auch der einzige deutsche Weißblech- Hersteller Rasselstein Hoesch (Andernach), der Reifenhersteller Continental Teves (Rheinböllen), Bosch Elektronik (Salzgitter), BV Autobatterie (Hannover), der Chiphersteller Infineon und der Elektronik-Spezialist Epcos.