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Transrapid: "Aus" für die Strecke Peking-Schanghai

Ministerpräsident Wen Jiabao hat sich für den Einsatz konventioneller Rad-Schiene-Technik auf der rund 1300 Kilometer langen Verbindung entschieden.

China hat sich Medienberichten zufolge endgültig gegen eine Transrapid-Strecke zwischen Peking und Schanghai entschieden. Ministerpräsident Wen Jiabao habe den Einsatz konventioneller Rad-Schiene-Technik auf der rund 1300 Kilometer langen Verbindung entschieden, berichtete die staatliche Zeitung "Jinghua Times" am Donnerstag. Mit einer solchen Entscheidung war bereits seit Monaten gerechnet worden.

Vertreter des Eisenbahnministeriums konnten eine Entscheidung zur Peking-Schanghai-Strecke auf Anfrage zunächst nicht bestätigen. Die Behörde favorisiert bereits seit längerem den japanischen Schnellzug Shinkansen.

Der Transrapid fährt derzeit auf einer einzigen 30 Kilometer langen Strecke zum Flughafen von Schanghai. Das Transrapid-Konsortium um Siemens und ThyssenKrupp macht sich noch Hoffnungen auf jeweils 180 und 300 Kilometer lange Strecken von Schanghai nach Hangzhou und Nanjing.

Konsortium sieht weiter gute Chancen für den Transrapid in China

"Es ist keine Entscheidung gefallen", sagte Konsortiums-Sprecher Peter Wiegelmann am Donnerstag mit Blick auf einen ARD-Bericht. Dem Bericht zufolge hat sich die chinesische Regierung auf der Strecke gegen die Magnetbahn und für eine Eisenbahnverbindung entschieden. "Die Meldung ist falsch", sagte Wiegelmann. Man sehe weiter gute Chancen für den Transrapid in China. Der von ThyssenKrupp und Siemens gebaute Zug fährt bislang lediglich auf einer Kurzstrecke in Schanghai. Auch ein Vertreter der Magnetbahn-Gesellschaft in Schanghai äußerte sich skeptisch zu dem Bericht. Die Gesellschaft habe keine solchen Informationen, hieß es.

Die chinesische Regierung will die über 1000-Kilometer-lange Verbindung zwischen Peking und Schanghai modernisieren. Es ist aber noch unklar, ob dies mittels der Rad-Schiene-Technik oder mit dem Transrapid geschehen soll. In der Vergangenheit hatten aber sowohl die beteiligten Firmen als auch die Bundesregierung angedeutet, dass die Chancen für kürzere Transrapid-Strecken in China größer seien als für Peking-Schanghai. Vor gut einem Jahr hatte der damalige chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji einen Ausbau der Strecke von Schanghai bis ins rund 200 Kilometer entfernte Hangzhou in Aussicht gestellt. Dieser Trasse werden allgemein größere Realisierungschancen eingeräumt als der Verbindung nach Peking.

In Deutschland soll der Transrapid in München gegen Ende des Jahrzehnts einen ersten kommerziellen Einsatz haben und die Innenstadt mit dem Flughafen verbinden. Es gibt hier alllerdings noch offene Fragen bei der Finanzierung des auf 1,6 Milliarden Euro geschätzten Projekts. Eine weitere geplante Strecke im Ruhrgebiet scheiterte am fehlenden Geld sowie dem Widerstand der Grünen, die den Transrapid in Deutschland als unwirtschaftlich ablehnen.