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Das passiert nach Ostern mit Schokohasen

Wochenlange Vorbereitung und dann ist vom einen auf den anderen Tag alles vorbei - Ostern ist rum. Niemand kauft mehr Schokolade in Oster-Optik. Aber was wird eigentlich aus den übrig gebliebenen Leckereien?

Viele Schoko-Osterhasen

Schokohasen: Vor den Ostertagen sind sie heiß begehrt, danach interessiert sich keiner mehr für sie.

Weiß, gefüllt mit Smarties, aus Zartbitterschokolade, oder mit Minzgeschmack. Schoko-Osterhasen gibt es in dutzenden Variationen, in sämtlichen Farben und Formen. Doch eines haben alle gemeinsam: Nach Ostermontag will sie niemand mehr kaufen. Supermärkte und Discounter versuchen es mit Rabatten. Alle Oster-Artikel zum halben Preis, zwei Hasen zum Preis von einem. Doch trotzdem bleibt nach den Feiertagen ein großer Teil der bunt verpackten über. Kein Problem, viele Produkte sind schließlich ewig haltbar und können auch im nächsten Jahr noch verkauft werden - denken wir Kunden.

Lebensmittelverschwendung: Wegwerfen ist billiger als Aufbewahren

Supermärkte und Discounter haben jedoch eine andere Sicht auf die Dinge: Was lagert, benötigt Platz. Was Platz benötigt, kostet Geld. Zu viel Geld. Für den Einzelhandel ist es meistens günstiger, überschüssige Osterware einfach wegzuschmeißen, anstatt sie ein Jahr lang aufzubewahren, um sie zum nächsten Osterfest zu verkaufen.

Das Problem besteht lediglich, weil eine Überproduktion von Oster-Süßigkeiten stattfindet. So wurden für die Ostersaison 2017 laut Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Süßwaren über 200 Millionen Schokohasen produziert. Laut dem Verbrauchermagazin Servicezeit vom "WDR" wird ein großer Teil davon aber gar nicht verkauft. Die Fernsehsendung ist der Frage auf den Grund gegangen, warum nicht von Anfang an weniger produziert wird.

Das Problem liegt - wie so oft - in Verträgen und Gesetzen. Supermärkte beziehen ihre Ware von Herstellern, bei denen sie bis eine Woche vor Ostern immer wieder nachbestellen können. Herstellern drohen Konventionalstrafen für jeden angeforderten Osterhasen, den sie nicht liefern können. Das wollen sie natürlich nicht riskieren und produzieren deshalb lieber zu viel - auch wenn klar ist, dass nicht annähernd so viel auch verkauft wird. Hier gehen die Produzenten den für sie sicheren Weg, auf Kosten der Nachhaltigkeit.

Das zweite Leben der Schokohasen

Doch nicht alle Oster-Leckereien landen nach den Feiertagen in Mülltonnen. Mittlerweile denken einige Hersteller um, nehmen überschüssige Ware zurück, bevor sie weggeworfen wird. Die Lösung für das Lagerproblem: Es wird nichts gelagert. Stattdessen werden Schokoladeneier und Co. in Regionen exportiert, in denen das christliche keinerlei Bedeutung hat und der Schoko-Osterhase nichts weiter ist als eine lustig verpackte Süßigkeit, die zufällig in Hasenform daherkommt. Der "WDR" berichtet beispielsweise über einen Dortmunder Süßwarenhändler, der übrig gebliebene Osterschokolade aufkauft, um sie ins Ausland weiter zu verkaufen. Solange das Mindesthaltbarkeitsdatum noch passt, werden Leckereien, die in Deutschland keinen Bedarf mehr finden, dann in Aserbaidschan, Kasachstan oder Palästina vernascht, zum Beispiel zum Zuckerfest.


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