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Bitte nicht naschen!: Warum der Trend Cookie Dough so gefährlich ist

Mehl, Butter, Schokolade: Das sind die Grundzutaten für Cookie Dough. Der rohe Keksteig ist derzeit extrem beliebt. Doch was viele nicht wissen: Er birgt Gefahren für die Gesundheit - und daran ist ausgerechnet das Mehl Schuld.

Schmeckt gut, birgt aber auch Gefahren: Cookie Dough

Schmeckt gut, birgt aber auch Gefahren: Cookie Dough

Bei Cookie Dough handelt es sich eigentlich um nichts anderes als rohen Keksteig. Die Zutaten: Mehl, Butter, Zucker und Schokolade, manchmal auch Ei. Die süß-klebrige Masse hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wahren Food-Trend gemausert. Der vorläufige Höhepunkt des Hypes: ein Cookie Dough-Geschäft in New York, das den Teig wie Eiscreme verkauft. Ein Video über den Laden ging jüngst auf Facebook viral und wurde inzwischen über 73 Millionen Mal aufgerufen.

Gesundheitsexperten bewerten den Food-Trend jedoch kritisch, und der Grund dürfte vielen Cookie-Dough-Liebhabern gar nicht schmecken. Roher Keksteig kann zu Durchfall und Bauchkrämpfen führen - auch wenn er keine Eier enthält. Schuld daran ist das Mehl. In ihm können unter Umständen krankmachende Keime stecken.

Durchfall: Häufig sind Salmonellen Schuld - aber nicht immer

Dass roher Teig Bauchschmerzen und Durchfall auslösen kann, ist ein bekanntes Problem. In den meisten Fällen sind jedoch Salmonellen die Übeltäter. Die Bakterien können auf der Schale von Eiern sitzen und bei der Zubereitung des Teiges in das Lebensmittel gelangen. Einige Stunden nach dem Verzehr treten dann die unangenehmen Symptome auf: Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall.

Ein Cookie Dough-Teig muss nicht zwingend Eier enthalten. In ihm steckt jedoch immer Mehl. Bei Mehl handelt es sich - ähnlich wie bei Eiern - um ein Naturprodukt, das Bakterien enthalten kann. Der Grund für die Verunreinigung ist mitunter unappetitlich: Tiere, etwa Vögel, können auf das Getreide koten und es dadurch mit Krankheitserregern verunreinigen. Im Anschluss wird das Korn zu Mehl gemahlen, und die Keime vom Feld wandern in die Teigschüssel.

Eiscreme-Cookieburger: Der Nachtisch der etwas anderen Art

Pasteurisierte Eier, hitzebehandeltes Mehl

Um Krankheitserreger abzutöten muss ein Lebensmittel grundsätzlich gekocht, gebacken oder gebraten werden. Mehl wurde in der Regel mit keinem dieser Schritte behandelt. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA warnt deshalb auch vor dem Verzehr von ungebackenem Teig

Dass es sich dabei nicht nur um eine theoretische Gefahr handelt, zeigt eine Erkrankungswelle in den USA aus dem vergangenem Sommer. Dort waren Dutzende Menschen erkrankt, nachdem sie rohen Teig gegessen hatten. Wie sich herausstellte, war das Mehl einer US-amerikanischen Firma mit E. coli-Keimen verseucht. Die Keime hatten bei den Betroffenen zu heftigem Durchfall geführt.

Der möglichen Gesundheitsgefahr sind sich auch die Betreiber des Cookie-Dough-Geschäfts in New York bewusst. Sie würden für ihren Teig daher ausschließlich pasteurisierte Eier und hitzebehandeltes Mehl verwenden, heißt es. So sollen die Kunden den Teig in aller Ruhe genießen können - ohne sich Sorgen um ihre Gesundheit machen zu müssen.

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ikr
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?