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Start-up Praktikum gesucht: Uniabsolventen machen aus Pandemie Geschäftsidee

Ein junger Mann steht an einem Flipchart und erklärt zwei sitzenden Frauen eine Grafik
Mit ihrer Geschäftsidee wollen die beiden Uniabsolventen Studierenden wie ihnen helfen (Symbolbild)
© lev dolgachov / Picture Alliance
Wer in Zeiten von Corona ins Berufsleben einsteigen möchte, hat seit einem Jahr nicht viel zu lachen. Zwei Uniabsolventen aus Irland haben ihr Schicksal jedoch selbst in die Hand genommen und aus der Krise eine erfolgreiche Geschäftsidee entwickelt – und die hilft nun Hochschulabgängern wie ihnen selbst.

Keine Vorlesungen, keine Seminare, kein gemeinsames Lernen in der Bibliothek mehr. Die Corona-Pandemie hat den Alltag zahlreicher junger Studenten fest im Griff. Besonders hart trifft es dabei diejenigen von ihnen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und sich normalerweise gerade nach einem Job oder einem Praktikum zur beruflichen Orientierung umsehen würden. Zu ihnen zählten vergangenen Sommer auch Paddy Ryder und Rob Muldowney aus Irland. Die beiden hatten ihren Abschluss vom renommierten Trinity College in Dublin praktisch in der Tasche, als all ihre Pläne für die Zeit nach dem Bachelor durch die Corona-Pandemie ins Wanken gerieten.

Aus der Not entsteht eine Geschäftsidee

Ryder hätte nach seinem Abschluss gerne ein Sommerpraktikum absolviert, um herauszufinden, wie es für ihn nach dem Bachelor weitergehen sollte. Während die Vorstellungsgespräche noch relativ normal stattgefunden hatten, erreichte ihn wenige Wochen später eine E-Mail nach der anderen. Alle mit identischem Inhalt: Die Vergabe eines Praktikums müsse leider aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Muldowney, der in ein Graduiertenprogramm einsteigen wollte, fürchtete, dass auch dieses nun abgesagt würde. Auch in ihrem Freundes- und Kommilitonenkreis hörten die beiden jungen Männer ähnliche Erfahrungsberichte, gepaart mit sorgenvollen Blicken in Richtung Zukunft.

Die beiden Freunde waren daher auf der Suche nach einer Lösung und wandelten die Unsicherheit ihrer Lage in eine Geschäftsidee um. Sie gründen die Initiative "Covid Interns", die ihren Ideengeber nicht nur im Namen trägt, sondern aktiv die durch Corona hervorgerufenen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen bekämpft. "Covid Interns" vermittelt Praktika in kleinen und mittelständischen Unternehmen an Studenten und Absolventen.

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Die richtige Idee zur richtigen Zeit

"Covid Interns" hat dabei nicht nur das Problem der Stunde, sondern auch eine entscheidende Marktlücke erkannt: Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen in der Regel nicht über dieselben Ressourcen wie große Unternehmen, um potenzielle Praktikanten auf sich aufmerksam zu machen und gehen daher öfter leer aus. Da "Covid Interns" sich speziell an diese Unternehmen richtet, schafft die Initiative nicht nur Vorteile für Praktikumssuchende, sondern auch für Praktikantensuchende. Die Idee geht auf: 200 Kandidaten wurden mithilfe der "Covid Interns" bereits an 180 Unternehmen vermittelt – weltweit. Zwar bilden Praktikumsplätze in Irland das Kerngeschäft der jungen Unternehmer, jedoch konnte sie auch schon junge Menschen an Unternehmen in New York, Singapur, Deutschland oder Kanada vermitteln, in der Regel als virtuelles Praktikum.

Für eine erfolgreiche Platzierung in einem Unternehmen berechnet "Covid Interns" als gemeinnützige Initiative nach Aussage von Muldowney gegenüber "CNBC" einen "ziemlich bescheidenen Preis". Obwohl Ryder und Muldowney mit ihrer Idee ins Schwarze getroffen haben, ist ihre Arbeit bei "Covid Interns" inzwischen zu einer Nebenbeschäftigung geworden: Ryder studiert seit vergangenem Herbst Finanz- und Rechnungswesen im Master in London, Muldowney konnte wider Erwarten doch sein geplantes Graduiertenprogramm beginnen.

Von Absolventen für Absolventen

Als wichtigste persönliche Lektion nehmen sie aus ihrer ersten Gründung mit, sich niemals selbst eine Obergrenze zu setzen: "Als wir anfingen, hatten wir wahrscheinlich ziemlich bescheidene Ambitionen, und dann haben wir plötzlich mit ein bisschen Glauben und ein bisschen harter Arbeit Leute auf verschiedenen Kontinenten, in verschiedenen Ländern und in jedem einzelnen Sektor vermittelt, und es hat uns umgehauen, wohin das geführt hat", sagt Muldowney gegenüber "CNBC".

Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Die Initiative beschäftigt mittlerweile sieben Mitarbeiter – ebenfalls Absolventen –, um die mehr als 1000 Bewerbungen, die sie in den vergangenen Monaten erhalten haben, bearbeiten zu können.

Quelle: "CNBC"


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