HOME

Gerichtsurteil zu Früchteteeverpackung: Was drauf steht, muss auch drin sein

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Verpackungen nur abbilden dürfen, was auch im Produkt enthalten ist. Bei Früchtetee war hier gemogelt worden.

Hat im Streit um Früchtetee verloren: Hersteller Teekanne

Hat im Streit um Früchtetee verloren: Hersteller Teekanne

Ein Früchtetee darf nicht mit Bildern von Himbeeren und Vanille werben, wenn weder die Früchte noch Aromen von diesen im Tee enthalten sind. Das folgt aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Donnerstag zu einem Früchtetee des Herstellers Teekanne. Die Verpackung eines Lebensmittels dürfe den Verbraucher nicht in die Irre führen, indem sie den Eindruck erwecke, dass eine Zutat vorhanden sei, die tatsächlich fehle, schreiben die Richter.

Aromen aus Holzspänen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte Teekanne verklagt, weil die Packung des Früchtetees "Felix Himbeer-Vanille Abenteuer" Bilder von Himbeeren und Vanilleblüten zeigte, obwohl der Tee keine der beiden und auch keine natürlichen Aromen davon enthielt. Stattdessen waren lediglich "natürliche Aromen mit Himbeer- und Vanillegeschmack" darin. Diese werden laut Verbraucherschützern aus Rohstoffen wie Holzspänen gewonnen.

"Der Verbraucher wird durch die Bilder getäuscht", kritisierte Susanne Einsiedler vom vzbv. "Auf einer Verpackung sollte nur das bebildert werden, was auch in dem Produkt drin ist." Laut EU-Richtlinie aus dem Jahr 2000 darf die Etikettierung Verbraucher nicht über die Zusammensetzung eines Produkts in die Irre führen. Nach Ansicht von Teekanne entsprach die Verpackung den Regeln, da die stilisierten Früchte "auf die Geschmacksrichtung hinwiesen".

Zutatenliste reicht nicht

Der Bundesgerichtshof (BGH) muss nun entscheiden, ob ein normaler Verbraucher durch die Packung in die Irre geführt werden kann. Dabei müssen sie die Begriffe und Bilder auf der Packung prüfen. Der BGH hat allerdings bereits klar gemacht, dass die Aufmachung seiner Ansicht nach suggeriert, dass Himbeeren oder Vanille oder Aromen von diesen in dem Tee seien. Zu klären sei nur noch die Frage, ob die Zutatenliste ausreiche, um einen falschen Eindruck zu korrigieren - das verneint der EuGH in seinem Urteil.

Nach Ansicht des EuGH reicht es nicht, dass die Zutatenliste alle Bestandteile richtig nennt. "Das Verzeichnis der Zutaten kann, auch wenn es richtig und vollständig ist, ungeeignet sein, einen sich aus der Etikettierung ergebenden falschen oder missverständlichen Eindruck zu berichtigen", schreiben die Richter.

db/DPA / DPA