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Rechtsschutz: Die Versicherung, die zum Leben passt

Gerade vor Abschluss einer Rechtsschutzversicherungen sollte man sich fragen: Welcher Schutz ist wirklich nötig? Welche Versicherung ideal ist, richtet sich nämlich stark nach den eigenen Lebensumständen.

Die Deutschen sind streitlustig: Mehr als 500.000 Verfahren gibt es jährlich zum Beispiel zwischen Nachbarn, die sich in die Wolle bekommen haben. Dazu kommen hunderttausende Streitigkeiten nach Verkehrsunfällen oder wegen vertraglicher Auseinandersetzungen. Und Streiten ist teuer. Anwälte wollen bezahlt werden, Gegenanwälte vielleicht auch, und ohne Gerichtskostenvorschuss lesen sich Richter die Prozessakten gar nicht erst durch.

Helfen können Rechtsschutzversicherungen, sie übernehmen die Kosten fürs Klagen. Doch längst nicht in jedem Fall muss die Versicherung zahlen, denn eine umfassende Rechtsschutzpolice für alle Lebenslagen gibt es nicht. Zur Wahl stehen vor allem Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Mietrechtsschutz sowie verschiedene Kombinationen dieser Policen. Besonders sinnvoll ist die Absicherung gegen überbordende Gerichts- und Anwaltskosten vor allem für Autofahrer. Denn sie geraten besonders schnell in einen Rechtsstreit und sollten deswegen einen Verkehrsrechtsschutz haben.

Eine neutrale Stelle sollte den Rechtsschutzvertrag checken

Für Arbeitnehmer ist natürlich auch der Berufsrechtsschutz wichtig, der bei Kündigungen, Abmahnungen und anderen Ärgernissen im Berufsalltag helfen kann. Wichtig bei allen Rechtsschutzpolicen: Sie sollten frühzeitig abgeschlossen werden. Denn die Police hilft nicht mehr, wenn der Rechtsstreit vom Zaun gebrochen ist. Liegt die Kündigung des Arbeitgebers zum Beispiel bereits im Briefkasten, zahlt eine schnell abgeschlossene Versicherung die Kosten nicht mehr.

Und selbst bei einem rechtzeitigen Abschluss ist der Versicherungsschutz nicht sofort garantiert: In der Regel gibt es nämlich eine Wartezeit von drei Monaten. Erst danach übernimmt die Versicherung die anfallenden Kosten. Der Versicherungsschutz ist an enge Voraussetzungen geknüpft. Zum einen muss ein Verfahren Aussicht auf Erfolg haben. Zum anderen muss es vom Versicherungsschutz umfasst sein.

Die Liste der nicht versicherten Streitigkeiten aber ist lang. So können familienrechtliche Auseinandersetzungen bis auf wenige Ausnahmen nicht versichert werden. Ein Rechtsschutzvertrag sollte deshalb vor der Unterschrift immer von einer neutralen Stelle wie der Verbraucherzentrale oder dem Versicherungsberater durchgesehen werden. Nur so kann man sicher sein, den optimalen Schutz zu bekommen.

Der Rechtsschutz hat seinen Preis

Nach der Reform des Gebührenrechts haben viele Versicherer zugelangt und die Prämien erhöht. Günstiger kommen viele Versicherte weg, wenn sie eine Selbstbeteiligung wählen. Im Streitfall müssen sie dann einen Teil der Kosten - meist 150 Euro - selbst zahlen. Dafür sinken die Prämien erheblich.

Als besonders günstig werden von den Versicherern die Rechtsschutz-Pakete verkauft. In diesen werden dann verschiedene Policen gebündelt und zum Paketpreis angeboten. Aber nicht für jeden ist das die ideale Lösung. Denn wer beispielsweise beim ADAC einen günstigen Verkehrsrechtsschutz bekommt, muss den nicht im Paket bei einer anderen Versicherung abschließen.

Einen guten Überblick gibt es auf der Internet-Seite der Stiftung Warentest. Was viele nicht wissen: Manchmal braucht man gar keine Rechtsschutzversicherung. So ist beispielsweise jede private Haftpflichtversicherung zugleich auch eine Rechtsschutzversicherung. Denn der private Schutz gegen Schadensersatzansprüche ist nicht nur dafür da, berechtige Ansprüche zu übernehmen, sondern auch unberechtigte abzuwehren - und das notfalls auch vor Gericht.

Oliver Mest/DDP / DDP
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