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Alltag mit Corona "Mehr zu tun als an Weihnachten" – was Paketzusteller in der Krise leisten und erleben

Sehen Sie im Video: "Mehr zu tun als an Weihnachten" – was Paketzusteller in der Krise leisten müssen. Ich war wie ein kleiner Retter. Ich habe vielen Menschen das Leben ein bisschen erleichtert. Ich finde schon, dass mein Job zu Zeiten von Corona wichtig war. Ich heiße Alexander Lichtner. Ich bin seit ungefähr zehn Jahren bei der Post als Paketzusteller. Der Alltag hat sich bei uns verändert: Wir hatten ganz viele Sendungen in der Zeit, wo es losging. Damit hat keiner gerechnet, wir hatten mehr als an Weihnachten zu tun. Das war sehr plötzlich und dann musste ich viele Überstunden aufbauen. Danach konnten wir neue Leute einstellen. Meine Tour wurde angepasst und ich habe ein kleineres Gebiet bekommen. Die Zustellung hat sich deutlich verändert: Wir stellen jetzt kontaktlos zu und unterschreiben die Sendungen für die Kunden. Das ist für uns ein Vorteil, da wir dadurch schneller sind. Bis wir den Kunden den Scanner gegeben haben und sie unterschrieben haben, dauert es länger. So bin ich schneller wieder weiter. Wenn der Kunde es doch nicht wünscht, gibt es andere Möglichkeiten. Dann müsste der Kunde einen Stift holen, auf dem Paket unterschreiben und ich mache davon ein Foto. Der Kundenkontakt ist jetzt eigentlich teils teils… Die Leute, die Angst vor Corona haben, die halten viel Abstand. Die sagen: „Legen Sie das Paket dahin und kommen Sie bloß nicht ins Treppenhaus.“ Aber der größte Teil schätzt uns noch mehr. Und da gibt es auch schon mal Schokolade oder Trinkgeld dafür, dass wir in Zeiten von Corona den Leuten viele Sachen gebracht haben. Wenn ich komme und ihnen den Wein bringe, dann wird der Weinkarton aufgemacht und viele Kunden bestehen darauf, dass ich dann auch einen Wein mitnehme als Dankeschön. Ich war wie ein kleiner Retter. Ich habe vielen Menschen das Leben ein bisschen erleichtert. Der Einzelhandel war zu, Klamotten mussten bestellt werden oder im Bürobereich – die Leute haben im Home Office gearbeitet. Oder ich hatte einen Kindergeburtstag, der durfte nicht gefeiert werden. Dann hat die ganze Verwandtschaft dem jungen Mann – er ist acht Jahre alt geworden – ihm an dem Tag zehn Sendungen geschickt.
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Alexander arbeitet seit zehn Jahren bei der Post als Paketzusteller. Im Video berichtet er über seinen ganz neuen Alltag in der Coronakrise. Wie begegnen ihm Kunden? Und worauf freut er sich am meisten?

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