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Auszeichnung Wirtschafts-Nobelpreis geht an David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens

Nobelpreis Wirtschaft
Die Ökonomen David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens wurden mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet.
© Niklas Elmehed/Nobel Prize Outreach 2021 / DPA
Zum Abschluss der Nobelpreis-Bekanntgaben sind drei Forscher aus den USA und Kanada mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet worden. Die Ökonomen David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens teilen sich die Ehren in diesem Jahr mit zehn weiteren Ausgezeichneten in den anderen Preiskategorien.

Mit dem diesjährigen Wirtschafts-Nobelpreis werden drei Spezialisten auf dem Gebiet der experimentellen Ökonomie für ihre Arbeiten zum Arbeitsmarkt geehrt. Der US-Kanadier David Card, der US-israelische Forscher Joshua Angrist sowie der US-Niederländer Guido Imbens hätten "neue Einblicke in den Arbeitsmarkt" gegeben und gezeigt, welche Schlussfolgerungen aus Ursache und Wirkung von Experimenten gezogen werden könnten, würdigte die Königliche Akademie der Wissenschaften die drei Männer.

Die Hälfte des mit zehn Millionen Kronen (eine Million Euro) dotierten Preises geht an Card. Der 1956 in Kanada geborene Ökonom forscht und lehrt an der Berkeley-Universität in Kalifornien. Er wird vor allem für seine empirischen Beiträge zur Ökonomie der Arbeit geehrt, wie das Komitee am Montag erklärte.

Card erklärt in seinen Werken etwa die Auswirkungen von Mindestlöhnen, Einwanderung und Bildung auf den Arbeitsmarkt. Seine Studien zu Beginn der 90er Jahre hätten die bisherigen Ideen in Frage gestellt und so zu neuen Analysen und neuen Perspektiven geführt, erläuterte das Komitee. So habe Card gezeigt, dass eine Erhöhung des Mindestlohns nicht unbedingt zu einer Reduzierung der angebotenen Jobs führe.

"Empirische Forschung der Wirtschaftswissenschaften revolutioniert"

Die andere Hälfte des Preises geht zusammen an den 61-jährigen Angrist und den 58-jährigen Imbens. Angrist forscht und lehrt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, Imbens in Stanford. Beide würdigte das Komitee für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalbeziehungen. Sie hätten gezeigt, wie präzise Folgerungen zu Ursache und Wirkung sein können.

Ihnen sei Mitte der 90er Jahre ein "methodologischer Durchbruch" gelungen - sie hätten gezeigt, dass "solide Schlussfolgerungen" über Ursache und Wirkung auch aus "natürlichen" Experimenten gezogen werden können – etwa im Bereich der Bildung. Das ist schwierig, weil sich die Folgen einer Erfahrung je nach Gruppe unterscheiden.

Die drei Männer haben laut Nobel-Komitee insgesamt "die empirische Forschung in der Wirtschaftswissenschaft revolutioniert". Sie hätten gezeigt, "dass es in der Tat möglich ist, wichtige Fragen zu beantworten, auch wenn es nicht möglich ist, dazu Zufallsexperimente zu machen", sagte Komitee-Mitglied Eva Mork vor Journalisten in Stockholm.

Bisher ein Deutscher ausgezeichnet

Der seit Ende der 60er Jahre vergebene Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige, der nicht auf das Testament von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Er wurde von der schwedischen Zentralbank gestiftet und zählt somit streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Dennoch wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

Unter den Wirtschaftsnobelpreisträgern ist bislang erst ein Deutscher gewesen: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie. Besonders häufig werden Wissenschaftler aus den USA mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Preis ausgezeichnet. Vergangenes Jahr war er an die US-Ökonomen Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson gegangen, die für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt wurden.

Bereits in der vergangenen Woche waren die Auserwählten in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden. Darunter waren mit dem Meteorologen Klaus Hasselmann in Physik und dem Chemiker Benjamin List auch zwei Deutsche. Alle Preise sind pro Kategorie erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotiert - umgerechnet entspricht das fast einer Million Euro.

cl AFP DPA

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