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Ratgeber Allergie

Wenn den Kleinen die Luft wegbleibt

Therapie

Für die Behandlung haben Experten einen sogenannten Stufenplan entwickelt, der sich nach der Kontrollierbarkeit des Asthmas richtet. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen drei Graden (vgl. Symptome):

  • Kontrolliertes Asthma
  • Teilweise kontrolliertes Asthma
  • Unkontrolliertes Asthma

Einen Schwerpunkt bildet die medikamentöse Therapie, mit der die Ärzte versuchen, das Asthma unter Kontrolle zu bekommen oder weiter zu kontrollieren. Dafür wurden fünf Therapiestufen festgelegt. Sie ermöglichen eine schrittweise Anpassung an die unterschiedlich schwere Symptomatik, von leichtem, gelegentlichem bis sehr schwerem Asthma:

  • Stufe 1: Bei akuten Beschwerden bekommt das Kind ein schnell wirksames Beta-2-Sympathomimetikum zum Inhalieren. Alternativ oder zusätzlich wird auch Ipratropiumbromid zum Inhalieren empfohlen. Diese Mittel gelten auch als Bedarfsmedikament für alle anderen Stufen. Akut-Medikamente erweitern bei einem Anfall mit Atemnot die Bronchien und erleichtern die Luftzufuhr.
  • Stufe 2: Das Mittel der Wahl ist ein niedrig dosiertes Kortison zur langfristigen Einnahme. Alternativ verschreiben Ärzte auch einen sogenannten Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA, Montelukast). Diese Medikamente lindern die chronische Entzündung in den Bronchien und sollen auch dann eingenommen werden, wenn zwischen den Asthmaanfällen keine schweren Symptome zu bemerken sind.
  • Stufe 3: Der Arzt hat zwei Möglichkeiten. Entweder er verschreibt ein Kortison zum Inhalieren in mittlerer Dosierung als alleinige Therapie. Oder er entscheidet sich für ein niedrig- bis mitteldosiertes Kortison und kombiniert das mit Montelukast oder einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum.
  • Stufe 4: In schwereren Fällen verschreiben Ärzte hoch dosiertes Kortison zum Inhalieren als alleinige Therapie oder eine Kombination von mittel- bis hochdosiertem Kortison mit Montelukast und einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum.
  • Stufe 5: Hierbei handelt es sich um schweres allergisches Asthma. Zusätzlich zu den Medikamenten, die in Stufe 4 verabreicht werden, bekommt das Kind Kortisontabletten in der niedrigstmöglichen Dosierung. In begründeten Fällen kann der Arzt auch mit Omalizumab oder Retard-Theophyllin behandeln.

Theophyllin in Retard-Form (mit verzögerter Wirkung) wird zur Dauerbehandlung bei Kindern mit Asthma nur noch selten verwendet. Bereits bei geringer Überdosierung können bei diesem Mittel Nebenwirkungen wie Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen eintreten.

Auslöser konsequent meiden

Ergänzend zu der Therapie mit Medikamenten gibt es nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen, die Eltern berücksichtigen sollten. Ein wichtiger Punkt ist, den Kontakt zu den auslösenden Allergenen zu vermeiden. Das können etwa Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben sein. Darüber hinaus sollten Eltern in Gegenwart des Kindes prinzipiell nicht rauchen.

Je nach Auslöser ist es ratsam, dass Eltern zum Beispiel

  • auf Pollenflugvorhersagen achten und Ausflüge auf blühende Wiesen meiden,
  • keine Haustiere mit Fell oder Federn halten,
  • die Kindermatratze mit einem Spezialüberzug, einem sogenannten Encasing, beziehen und Staubfänger wie Gardinen und Teppiche aus dem Kinderzimmer entfernen, um vor Hausstaubmilben zu schützen.

Kindgerechtes Inhalieren

Ärzte empfehlen außerdem, die Kinder regelmäßig inhalieren zu lassen und dafür ein elektrisches Gerät zu benutzen. Damit können die Kleinen zum einen Kochsalzlösung einatmen, welche die Atemwege befeuchtet, oder Medikamente. Säuglinge und Kleinkinder benötigen ein Gerät mit Maske, damit sie die Mittel richtig einatmen. Eine Sitzung sollte etwa fünf bis zehn Minuten dauern und nicht kurz vor dem Schlafengehen durchgeführt werden, weil sich durch das Inhalieren der Schleim in den Bronchien löst und abgehustet werden muss.

Kinder unter fünf Jahren sollten für das Inhalieren ihrer Medikamente treibgasgetriebene Dosieraerosole mit sogenanntem Spacer benutzen, da sie nicht in der Lage sind, gleichzeitig auf das Spray zu drücken und den Wirkstoff einzuatmen. Spacer sind Inhalierhilfen. Die Eltern pumpen das Medikament aus der Sprayflasche erst in eine Vorschaltkammer, aus der das Baby oder Kleinkind über eine Maske oder Mundstück das Medikament einatmet. Der Erfolg der Therapie hängt von der korrekten und dauerhaften Anwendung der Sprays ab.

Spezifische Immuntherapie auch für Kinder

Für Kinder, deren Asthma durch Allergene ausgelöst wird, und die diese Auslöser nicht meiden können, etwa Pollen oder Hausstaubmilben, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie, (subkutane Immuntherapie oder SCIT), auch Hyposensibilisierung genannt. Dabei wird der Körper schrittweise gegen das Allergen unempfindlich gemacht. In der Regel spritzt der Arzt mindestens drei Jahre lang in regelmäßigen Abständen die auslösenden Allergene in verdünnter Form unter die Haut am Oberarm.

Für dieses Verfahren sollten Kinder in der Regel mindestens fünf Jahre alt sein. Zuvor muss der Arzt klären, ob die auslösenden Allergene nicht gemieden werden können - etwa bei einer Allergie gegen ein Haustier, das eventuell abgegeben werden könnte.

Asthmaschulungen für Kinder und Eltern sind wichtig, damit die Betroffenen mehr Sicherheit und Selbständigkeit im Umgang mit der Erkrankung bekommen. Dort lernen die Kinder unter anderem, wie sie ihren eigenen Gesundheitszustand einschätzen, wie sie sich in Notfallsituationen verhalten und diese vermeiden, wie sie richtig mit den Medikamenten umgehen und wie sehr sie sich körperlich belasten dürfen.

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