Nach einem ausführlichen Gespräch über Ihre Krankengeschichte stellt der Allergologe anhand von Haut- und Bluttests fest, ob und auf welches Insektengift Sie möglicherweise reagieren.
Im Gespräch versucht der Arzt zu ermitteln, welches Insekt überhaupt verantwortlich war. Wichtige Hinweise geben Ort und Umgebung beim Stich. Außerdem muss der Arzt wissen, wie schwer die allergische Reaktion auf den Stich verlaufen ist. Menschen ab etwa 40 Jahren, die bestimmte Medikamente einnehmen, etwa gegen Bluthochdruck, bestimmte Herzleiden oder Rheuma, sowie jene, die an Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Mastozytose leiden, haben ein erhöhtes Risiko, schwere Reaktionen zu erleiden. Starke körperliche Belastung und psychische Stresssituationen verstärken ebenfalls die Neigung zu einer schweren allergischen Reaktion.
Um zu untersuchen, ob tatsächlich eine Allergie vorliegt, bestimmt der Arzt die Konzentration bestimmter Antikörper (Immunglobuline E, kurz IgE) gegen das Wespen- und Bienengift im Blut. Kann er sie nachweisen, deutet das auf eine für Allergiker typische Reaktion des Immunsystems hin. Doch es ist kein endgültiger Beweis, dass es sich tatsächlich um eine Allergie handelt.
Mit einem Hauttest kann der Arzt ebenfalls überprüfen, ob der Organismus auf ein bestimmtes Insektengift allergisch reagiert. Allerdings sollte der Stich mindestens zwei Wochen her sein. Dabei trägt er das Gift zunächst stark verdünnt auf die Haut auf oder spritzt es oberflächlich in sie hinein. Nach etwa einer Viertelstunde zeigen Allergiker an der Stelle eine Rötung und Quaddel. Doch auch ein positiver Hauttest gibt nur einen Hinweis auf eine mögliche Allergie - er beweist sie nicht. Entscheidend für die Bewertung des Befundes ist die Krankengeschichte.
Betroffene sollten sich daher auf keinen Fall "probestechen" lassen, um eine Allergie zu bestätigen. Diese Methode ist gefährlich - direkte Insektengiftgaben sind unverdünnt und die Dosis ist nicht steuerbar. Außerdem sind sie unzuverlässig. Studien zeigen, dass auch harmlos verlaufene Probestiche nicht ausschließen, dass der Allergiker beim nächsten Mal in freier Natur nicht vielleicht doch einen Schock erleidet. Diese Methode ist nur bei Patienten im Rahmen einer spezifischen Immuntherapie oder Hyposensibilisierung sinnvoll. So lässt sich feststellen, ob die Therapie greift oder nicht. Hat sie versagt, kann der Arzt die Dosis erhöhen, was oft doch noch zum Erfolg führt. Bei Stichprovokationen muss immer ein Arzt anwesend sein, der den Patienten im Fall eines Schocks behandeln kann.