Wird die Hausstaubmilbenallergie falsch oder gar nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass sie sich stark verschlimmert. Einerseits kann sie sich auf andere Allergene wie Blütenpollen oder Tierhaare ausweiten. Ärzte nennen das eine Neusensibilisierung. Andererseits droht der so genannte Etagenwechsel. Dabei wandert die Überempfindlichkeit von den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) in die unteren Atemwege (Bronchien). Im schlimmsten Fall entsteht daraus allergisches Asthma. Die richtige und frühzeitige Behandlung verringert beide Risiken.
Eine der wichtigsten Säulen der Therapie ist die so genannte Allergenkarenz, das Meiden der Allergie auslösenden Stoffe. Dazu gehört es, den Haushalt so umzurüsten, dass sich die Lebensbedingungen für Hausstaubmilben verschlechtern - und der Allergiker weniger mit ihnen in Kontakt kommt. Oft verbessert das den allergischen Schnupfen schon deutlich. Zumindest aber kann die Karenz den Medikamentenbedarf senken.
Bei Allergie gegen Hausstaubmilben werden vor allem Antihistaminika eingesetzt, aber auch Asthmamedikamente. Welche Wirkstoffe in welcher Dosis und Kombination besonders gut helfen, ist bei jedem Patienten anders. Es braucht deshalb oft Geduld und Vertrauen zum behandelnden Arzt, bis die optimale Therapie gefunden ist.
Ziel der spezifischen Immuntherapie ist es, dem Immunsystem die übereifrige Abwehrreaktion wieder abzugewöhnen. Sie ist auch unter den Begriffen Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung bekannt. Dazu werden dem Patienten kleinste Mengen eines Extraktes der Hausstaubmilbenallergene gespritzt - in wöchentlich steigender Dosis. Nachdem die Höchstmenge erreicht ist, erhält er alle vier bis acht Wochen eine weitere Dosis, damit das Immunsystem die angemessene Reaktion auf das Allergen nicht wieder verlernt.
Viele Hausstaubmilbenallergiker brauchen nach der spezifischen Immuntherapie mindestens ein Drittel weniger Allergiemedikamente, oft auch gar keine mehr. Auch der drohende Etagenwechsel kann so verhindert werden.