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Ratgeber Allergie

Das Problem mit den Pollen

Therapie

Wird der Heuschnupfen falsch oder gar nicht behandelt, kann er sich ausweiten. Einerseits besteht die Gefahr, dass das Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagiert - das heißt dann Neusensibilisierung - oder, und das ist gefährlicher, der Heuschnupfen wird zum allergischen Asthma. Unbehandelt erleiden 40 Prozent der Pollenallergiker diesen so genannten "Etagenwechsel": Die Abwehrreaktion breitet sich von den oberen in die unteren Atemwege aus, also von Nase und Rachen in die Bronchien. Die richtige und frühe Behandlung mit Medikamenten kann nicht nur das Schniefen, Tränen und Jucken bekämpfen, sondern auch diesen Etagenwechsel verhindern.

Suche nach dem richtigen Mittel

Bei Heuschnupfen werden vor allem Antihistaminika oder auch Asthma-Medikamente eingesetzt. Welche Wirkstoffe in welcher Dosis und Kombination besonders gut helfen, ist bei jedem Patienten anders. Es braucht deshalb oft Geduld und Vertrauen zum behandelnden Arzt, bis die optimale Therapie gefunden ist.

Antihistaminika ist ein Sammelbegriff für Medikamente, die eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems bremsen, indem sie die normale Wirkung des Gewebehormons Histamin unterdrücken. Sie bekämpfen vor allem die Symptome - eine langfristige, schützende oder sogar heilende Wirkung haben sie nicht. Antihistaminika gibt es als Tabletten, Sirup, Saft, Nasensprays und Augentropfen. Sie können Nebenwirkungen haben und Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerz und Müdigkeit auslösen. Oft hilft es dann, auf ein anderes Antihistaminikum auszuweichen.

Stärkere Asthma-Medikamente

Bei besonders schweren und asthmatischen Beschwerden wirken auch Kortison oder Theophyllin.

Kortison (Glukokortikosteroide) kann die allergische Entzündung der Bronchien unterdrücken und die ständige Bereitschaft zur Abwehrreaktion herabsetzen. Bei einer Dauertherapie mit Kortison benötigen Pollenallergiker mit asthmatischen Beschwerden weniger andere Allergie-Medikamente. Schnelle Linderung verschafft Kortison jedoch nicht. Bis Patienten eine erste Verbesserung spüren, vergehen mehrere Tage, manchmal auch Wochen. Grundsätzlich sollte Kortison besser inhaliert als in Form von Tabletten eingenommen werden. Die Sprays haben weniger Nebenwirkungen und wirken gezielt da, wo sie gebraucht werden: in den Atemwegen.

Die Nebenwirkungen der Kortison-Medikamente treten bei der Behandlung von Heuschnupfen nur selten auf. Zu unerwünschten Wirkungen kommt es meist erst bei langfristiger Einnahme. Kortison-Präparate zum Inhalieren können zu Heiserkeit führen und/oder einen Pilzbefall der Mundschleimhaut auslösen. Das lässt sich am besten durch Zähneputzen, Mundspülungen oder auch mit Inhalation vor dem Essen verhindern. Höher dosierte Tabletten, die das Kortison im ganzen Körper wirken lassen, können dagegen gravierende Nebenwirkungen haben:

  • Gewichtszunahme
  • Anstieg des Blutzuckerspiegels
  • Abbau der Knochensubstanz (Osteoporose) und Mineralstoffmangel (vor allem Kalium)
  • Die Funktion der Nebennierenrinden wird beeinträchtigt.
  • Die Gefahr, einen Grauen oder Grünen Star zu entwickeln, wächst.
  • Labile Gefühlslage, etwa Depression, Gereiztheit oder auch Euphorie
  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern
  • Eher selten in der Schwangerschaft sind Fehlbildungen des Kindes.

Theophyllin erweitert die Bronchien. Es wird deshalb für die Langzeittherapie der schwereren asthmatischen Beschwerden eingesetzt. Theophyllin kann aber schwere Nebenwirkungen haben: Kopfschmerzen, Unruhe, Krampfanfälle, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, der Blutdruck kann sinken, der Blutzuckerspiegel aber ansteigen, außerdem Schlaflosigkeit, Erbrechen, Durchfall. Außerdem wird die Wirkung von Theophyllin leicht durch das Alter, durch Zigarettenrauch oder andere Medikamente beeinflusst. Zwischen erwünschter Wirkung und den Nebenwirkungen liegt nur ein schmaler Grat, manchmal nicht einmal das, daher sollte der Arzt zu Beginn der Therapie die Wirkung regelmäßig kontrollieren, vor allem aber die Konzentration im Blut bestimmen.

Immuntherapie: Die Impfung gegen Allergie

Das Ziel einer spezifischen Immuntherapie ist es, dem Immunsystem die übereifrige Abwehrreaktion abzugewöhnen. Sie ist auch unter den Begriffen Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung bekannt. Dazu werden dem Patienten kleinste Mengen eines Extraktes der Allergie auslösenden Pollen gespritzt - in wöchentlich steigender Dosis. Nachdem die Höchstmenge erreicht ist, erhält er alle vier bis acht Wochen eine weitere Dosis, damit das Immunsystem die angemessene Reaktion auf Blütenpollen nicht wieder verlernt. Die Therapie dauert drei Jahre.

Nicht immer muss das Extrakt gespritzt werden. Empfindliche Patienten können auch auf die so genannte sublinguale Immuntherapie ausweichen und sich die Tropfen oder Tabletten unter der Zunge zergehen lassen. Ihre Wirksamkeit wurde in den letzten Jahren zunehmend erforscht. Für die Allergie auf Pollen bei Erwachsenen gilt sie als gesichert. Allerdings wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Wichtig ist, dass die Therapie im Herbst eingeleitet wird, wenn keine Pollen mehr fliegen. So kann sich der Körper allmählich an die Allergene gewöhnen, ohne ihnen auch im Alltag ständig ausgesetzt zu sein. Wenn dann im Frühling der Pollenflug wieder einsetzt, ist das Immunsystem bereits vorbereitet. Um es nicht doppelt zu belasten, vermindert der Arzt während dieser Zeit aber die Dosis der Therapie oder unterbricht sie sogar bis zum nächsten Herbst.

Acht von zehn Pollenallergikern sprechen auf die Behandlung an: Sie brauchen weniger Allergiemedikamente, oft auch gar keine mehr - im Schnitt nur noch die Hälfte. Auch der drohende Etagenwechsel der Abwehrreaktion in die Bronchien kann so verhindert werden. Bei Kindern und Jugendlichen wirkt die spezifische Immuntherapie meist am besten.

Seite 1: Das Problem mit den Pollen
Seite 2: Auslöser
Seite 3: Symptome
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Allergie bei Kindern

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