Bleibt die Tierallergie unbehandelt, kann sie sich einerseits auf andere Allergene wie Blütenpollen oder Hausstaubmilben ausweiten ("Neusensibilisierung"). Andererseits droht der so genannte Etagenwechsel - dabei wandert die Überempfindlichkeit von den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) in die unteren Atemwege (Bronchien). Im schlimmsten Fall entsteht daraus Asthma. Die richtige und frühzeitige Behandlung verringert beide Risiken.
Die wichtigste Säule der Therapie von Tierallergien ist die so genannte Allergenkarenz, die strenge Meidung der Auslöser. Auch wenn es bitter ist, sich von einem Haustier zu trennen: Die Allergie-Symptome verschwinden danach oft vollständig. Zumindest aber kann die Karenz den Medikamenten-Bedarf vermindern.
Weil es angesichts der vielen Haustiere in unserer Umgebung kaum möglich ist, jeden Kontakt mit ihnen zu vermeiden, reicht die Karenz allein manchmal nicht aus. Dann können Medikamente helfen. Infrage kommen vor allem Antihistaminika oder Asthma-Medikamente. Welche Wirkstoffe in welcher Dosis und Kombination besonders gut helfen, ist bei jedem Patienten anders. Es braucht deshalb oft Geduld und Vertrauen zum behandelnden Arzt, bis die optimale Therapie gefunden ist.
Die spezifische Immuntherapie ist die einzige Möglichkeit, nicht nur Symptome, sondern die Ursache der überschießenden Immunreaktion selbst zu behandeln. Ihre Wirksamkeit ist aber bei Tierallergien noch recht wenig erforscht. Nur für Katzenallergiker ist ihr Nutzen inzwischen sicher belegt.
Das Prinzip der Behandlung: Sie soll dem Immunsystem die hyperaktive Abwehrreaktion wieder abgewöhnen. Sie ist auch unter den Begriffen Hyposensibilisierung, Desensibilisierung oder Allergie-Impfung bekannt. Dazu werden dem Patienten kleinste Mengen eines Allergen-Extraktes gespritzt - zunächst in wöchentlich steigender Dosis bis die mögliche Höchstmenge erreicht ist, danach alle vier bis acht Wochen.