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3. Mai 2011, 16:27 Uhr

Experte wirft Sony Planungslosigkeit vor

Nach Bekanntwerden eines weiteren Hackerangriffs auf Sony, bei dem 24,6 Millionen Datensätze gestohlen wurden, wirft ein Experte dem japanischen Konzern Planungslosigkeit und mangelndes Krisenmanagement vor.

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Diesmal wurde Sony Entertainment Online Opfer des Datendiebstahls© Thomas Peter/Reuters

Die Kritik an Sonys Umgang mit einem der größten Datendiebstähle aller Zeiten wird immer lauter. Dem Konzern fehlt ein öffentlich sichtbarer Krisenmanager, meint der Direktor des Instituts für Krisenforschung Frank Roselieb. "Wenn man liest, was Sony von sich aus sagt, hat man das Gefühl, die schwimmen irgendwie. Man kann nicht erkennen, dass sie wirklich einen Plan haben, wie sie mit dem Thema umgehen."

Erst heute wurde bekannt, dass neben dem PlayStation Network und dem Musikdienst Qriocity auch Sony Online Entertainment von dem Datenleck betroffen ist. Bis zu 24,6 Millionen weitere Kundendaten könnten in die Hände der Hacker gefallen sein, darunter Namen, Adressen, Geburtsdaten und Telefonnummern.

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Krisenexperte Frank Roselieb kritisiert Sonys Krisenmanagement.© DPA

"Sony hat es nicht verstanden"

Zwar hatten sich vergangenen Sonntag hochrangige Konzernvertreter auf einer Pressekonferenz demütig entschuldigt, das ist laut Roselieb aber nicht genug: "Sony hat es nicht verstanden, diese japanische Art der Krisenkommunikation - eher zurückhaltend und mit Gesten und Bildern arbeiten - auf die westeuropäische oder nordamerikanische Welt zu übertragen, wo man Fakten und auch Köpfe erwartet."

Einer der Hauptkritikpunkte an Sonys Informationspolitik war die späte Bekanntgabe des Datendiebstahls. Zu diesem Vorwurf nimmt der Krisenforscher den Kritikern zumindest etwas Wind aus den Segeln: "Diese Verzögerung am Anfang war plausibel, um erst mal intern zu ermitteln, aber jetzt müssten sie langsam wissen - nach einer oder zwei Wochen -, wie man mit dem Thema konkret umgeht."

Wütende Betroffene

Die Nutzer per E-Mail zu kontaktieren, hält der Krisenforscher jedoch für falsch: "Sony muss an zentralen Orten kommunizieren." Vor allem in den sozialen Netzwerken tauschten sich Betroffene über den Datenklau aus. Sony versäumte es jedoch, die Nutzer in den entsprechenden Kanälen abzuholen, worauf die Betroffenen wütend reagierten.

Wie stark sich der Datenskandal auf das Image von Sony auswirkt, bleibt ungewiss. Um seinen Ruf muss sich der Konzern nach Roselieb aber nur bedingt sorgen: "Sony hat Chancen, diese ganze Sache einigermaßen gut zu überstehen, weil sie eine unglaublich starke Marke haben."

cf/DPA
 
 
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