. .
Computer - Neuigkeiten und Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
1. Dezember 2008, 14:43 Uhr

Spiel mit der Selbsterkenntnis

Peter Molyneux ist ein Visionär. Wenn er ein Computerspiel entwirft, spuken bereits die Ideen für die nächsten Projekte in seinem Kopf herum. Immer geht es dabei um die Psyche des Menschen. In seinem neuen Rollenspiel "Fable II" soll der Held die Persönlichkeit des Spielers widerspiegeln. Von Nina Ernst

Peter Molyneux, Molyneux, Fable, Fable II, Microsoft, Xbox, Xbox 360

Peter Molyneux ist ein moderner Geschichtenerzähler© Microsoft

Peter Molyneux ist ein moderner Geschichtenerzähler. Sein neues Videospiel "Fable II" sieht mit den schiefen Häusern und Fabelwesen so aus, wie man sich die Märchenwelten aus den Geschichten der Gebrüder Grimm vorstellt. Wie bei Rotkäppchen und Schneewittchen gibt es auch bei der virtuellen Fabel eine Moral von der Geschichte: der Spieler soll sich selbst erkennen. "Uns alle interessiert doch vor allem eins: wer wir wirklich sind", sagt Molyneux. Der Spieler soll lernen, welche Auswirkungen seine Handlungen haben können. Hier erlebt jeder ein anderes Abenteuer. Der Held verändert sich Stück für Stück mit den Entscheidungen des Spielers.

Molyneux erzählt nicht nur gerne Geschichten auf dem Bildschirm. Der Designer liebt es ebenso, über seine Arbeit zu sprechen. Nicht über Grafik, Soundeffekte und Leveldesign. Solche Dinge sind für ihn Selbstverständlichkeiten, die nicht der Rede wert sind. Er erzählt von der menschlichen Natur und Gewissensfragen. Spekuliert darüber, warum Menschen einen bestimmten Weg einschlagen, ob sie gut oder böse sind. Er spricht über die vielen Abstufungen dazwischen. Und denkt ständig darüber nach, wie er all die Aspekte der menschlichen Psyche in Videospiele einbinden kann.

Leitfigur der Spieleindustrie

Diese ungewöhnliche Herangehensweise hat Molyneux zu einer Leitfigur der Spieleindustrie gemacht. Für seine Verdienste für die Branche hat ihn die Queen 2005 mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Zwei Jahre später wurde er von der französischen Regierung zum Ritter geschlagen. Molyneux trägt mehrere Ehrendoktortitel europäischer Universitäten. Seine Spiele werden nicht nur honoriert, sondern auch verkauft: von allen zusammen über 15 Millionen Exemplare.

Das Geheimnis seines Erfolgs und gleichzeitig eine Art Fluch sind seine Ideen. Die besitzen eine Eigendynamik, entstehen massenweise in seinem Kopf und wollen ungefiltert wieder hinaus. Sie zu kontrollieren gelingt Molyneux nicht immer. "Manchmal kommt es einfach über mich. Dann habe ich keine Wahl", sagt Molyneux. "Da ist etwas, das mir diese Ideen in den Kopf setzt.". Nach Hause gehen und wie andere den Feierabend genießen kann er nicht. Denn auch hier kommen die Ideen einfach so. Manchmal mitten in der Nacht.

"Designer-Tourett-Syndrom"

Auch während der Arbeit fällt es dem 49-Jährigen oft schwer, sich auf sein aktuelles Spiel zu konzentrieren und alle anderen Projekte auszublenden. Er nennt es das "Designer-Tourett-Syndrom". Die Ideen sprudeln einfach aus ihm heraus, auch in ungünstigen Momenten. So hat Molyneux schon in Meetings vor seinen Mitarbeitern geredet und geredet bis ihm die irritierten Blicke auffielen. Da hat er gemerkt, dass er über ein ganz anderes Projekt spricht, das noch gar nicht in Arbeit ist.

Früher hatte der Brite den Ehrgeiz, all seine Einfälle in sein jeweils aktuelles Spiel einfließen zu lassen. Wie bei der Göttersimulation "Black & White". Hier hat Molyneux, der das Genre mit "Populous" erfunden hat, den Spieler zum allmächtigen Herrscher einer virtuellen Welt gemacht. Der Titel steckt voller Neuheiten. Allerdings waren all die Ansätze, die neuartige Steuerung ohne Menü und Tastatur und die Erziehung einer lernfähigen Kreatur zu viel des Guten. Es wirkte unausgereift und verwirrend.

Peter Molyneux Peter Molyneux wurde am 5. Mai 1959 im englischen Guildford geboren. Seine Kindheit und Jugend hat er hauptsächlich mit Tagträumen verbracht. Als er mit 18 Jahren das Spiel "Pong" gesehen hat, stand für ihn fest, dass er Spieldesigner wird. Nach ersten Programmierversuchen hat Molyneux 1987 die Firma "Bullfrog Productions" gegründet. Dort hat er 1989 mit dem Erscheinen von Populous" das Genre der Göttersimulationen erfunden. 1997 hat Molyneux das Studio "Lionhead" gegründet. Für seine Spiele "Black & White" und "Fable" und seine richtungsweisenden Ideen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Seine Spiele über die Psychologie des Menschen sind sogar Teil wissenschaftlicher Forschungen. Molyneux wurde in die "Academy of Interactive Arts and Sciences Hall of Fame" aufgenommen und besitzt mehrere Ehrendoktortitel. 2005 wurde er mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet und 2007 von der französischen Regierung ebenfalls zum Ritter geschlagen. Nun erscheint sein neues Rollenspiel "Fable II" für die Xbox 360, in dem der Spieler ständig zwischen Gut und Böse entscheiden muss und so sich selbst erkennen soll.

  zurück
1 2
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Peter Molyneux "Hollywood hat keine Moral"

Der britische Spiele-Designer Peter Molyneux plaudert im Gespräch mit stern.de über sein neues Spiel "The Movies", seine Sicht der Filmindustrie - und alte Fernsehserien. mehr...

Peter Molyneux "Ich will die Sensationen direkt im Gehirn haben"

Der legendäre britische Spiele-Designer Peter Molyneux plaudert mit stern.de über seine Branche, innovative Ideen und Joysticks, die man sich ins Gehirn stöpselt. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston