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24. April 2009, 11:09 Uhr

Sichere Daten - auch unterwegs

Mit dem Siegezug der Notebooks steigt auch die Gefahr, dass Daten unterwegs ausgespäht und missbraucht werden. Ein einfaches Passwort für das Betriebssystem reicht zum Schutz nicht aus. Um die eigenen Daten auch auf mobilen Geräten effektiv zu sichern, gibt es aber diverse Möglichkeiten.

Biometrie, Verschlüsselung, Passwort, TrueCrypt, FileVault, Encrypted File System, Fingerprint-Sensor, Fingerabdruck-Scanner

Der Schutz von Daten wird immer wichtiger, gerade auf mobilen Geräten wie einem Laptop. Fingerprint-Sensoren sind hier am weitesten verbreitet© Schierenbeck / dpa

In Deutschland werden längst mehr Notebooks als PCs verkauft. Auch die erfolgreichen Netbooks tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen ihren Rechner und ihre Daten ständig mit sich herumtragen. So steigt aber die Gefahr des Ausspähens, des Diebstahls und des Missbrauchs von Informationen. Doch es gibt Mittel und Wege, die Daten auf mobilen Geräten zu schützen: Biometrie und Verschlüsselung.

"Wenn die Daten sehr schutzbedürftig sind, wird es nichts nützen, wenn Sie nur den Zugriff aufs System schützen", erklärt Detlef Hühnlein, Sprecher der Fachgruppe Biometrik und elektronische Signaturen der Gesellschaft für Informatik in Bonn. "Da kann jemand auch einfach den Datenträger entwenden." Deshalb sollten die wichtigsten oder gleich alle Daten verschlüsselt werden.

Windows hat Verschlüsselungs-Programme eingebaut

Privatanwender können für einzelne Dateien oder Ordner das Windows-Bordmittel Encrypted File System (EFS) nutzen. Ganze Laufwerke verschlüsselt das Programm Bitlocker, das in den Vista- und auch in den künftigen Windows 7-Betriebssystemen Enterprise und Ultimate enthalten ist. Unter Mac OS steht das Dienstprogramm FileVault zur Verfügung, mit dem allerdings nur ganze Benutzerverzeichnisse verschlüsselt werden können. "Das ist sicherlich nicht für den Hochsicherheitsbereich" - Hühnlein schätzt die Sicherheit der Bordmittel als eher gering ein.

Auf einem sehr hohen Sicherheitslevel arbeitet dagegen die kostenlose Open-Source-Software TrueCrypt. Sie verschlüsselt nicht nur Datenpartitionen, sondern auch die komplette Windows-Partition. "Deren Verschlüsselungsalgorithmen gelten sogar nach allen Regeln der Kunst bisher als unknackbar, wenn das verwendete Passwort sicher ist", urteilt das Fachportal "heise Security".

Keine Performance-Einbußen

"Es gibt auch Anbieter, die kryptographische Prozessoren in intelligente USB-Speichersticks integrieren", sagt Hühnlein. Auch Lösungen auf MicroSD- und SD-Karten zum Einsatz in Smarthpones sind verfügbar. Mit Geschwindigkeitseinbußen im System müssen Anwender in der Regel beim Einsatz von Krypto-Lösungen nicht rechnen. "Die Performance ist da sicher unproblematisch", sagt Hühnlein.

Auf dem Markt werden für den mobilen Einsatz auch zahlreiche USB-Festplatten oder -Gehäuse mit Kryptochip angeboten. "Billige Hardware macht billige Verschlüsselung", warnt "heise Security" aber vor Lösungen, die ihr Geld nicht wert sind. Gerade bei den günstigsten Angeboten werde oft genau an der falschen Stelle gespart - an der Verschlüsselung. Denn die Entwicklung eines sicheren Verschlüsselungssystems mit leistungsfähigem Krypto-Chip kostet Geld.

"Die Sicherheit hängt an einem einzigen Passwort"

Der Zugriffsschlüssel, den ein Anwender immer benötigt, um an seine Daten zu kommen, kann auf verschiedene Art und Weise zur Verfügung gestellt werden - beispielsweise per Passwort. "Da hängt die Sicherheit dann an diesem einen Passwort", sagt Hühnlein. In Hochsicherheitsbereichen kommen deshalb zusätzlich sogenannte Token oder Chipkarten zur Authentifizierung zum Einsatz.

Ein Passwort kann aber auch mit einem menschlichen Merkmal kombiniert werden. Dazu gehören Fingerabdruck oder Iris, aber auch die Geometrie der Hand oder des Gesichts, die Stimme oder der individuelle Schreibstil auf der Tastatur. Am weitesten verbreitet sind Fingerprint-Sensoren. Sie sind in vielen Produkten vom Notebook über Mäuse bis hin zu USB-Sticks verbaut, können aber prinzipiell mit Attrappen ausgetrickst werden. Auch Software zur Gesichtserkennung, die viele Notebook-Hersteller mitliefern, ist wenig sicher. Die Programme, die Gesichter mit Hilfe der Webcam erkennen sollen, lassen sich mit einem vor die Linse gehaltenen Foto übertölpeln.

Nicht jedes Verfahren ist bombensicher

Auch wenn nicht jedes Verfahren bombensicher ist, so ist ein Biometrie-Schutz allemal besser als gar keine Sicherung. "Es kommt immer darauf an, welches Schutzbedürfnis man für die Daten hat", relativiert Hühnlein. In manchen Bereichen stehe außerdem jener Komfort im Vordergrund, wie ihn ein Fingerprint-Sensor bieten kann.

Ein neues biometrisches Merkmal erforscht das Darmstädter Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT): Das Überprüfen der Unterschrift soll das Bezahlen an Kassen sicherer machen. Ein Einsatz bei der Zugriffskontrolle oder zum Signieren verschlüsselter E-Mails sei auch denkbar, sagt SIT-Entwickler Thomas Kniess. Mit einfachem Abmalen einer Unterschrift lasse sich das System nicht hinters Licht führen. Denn das Verfahren vergleiche nicht das Bild der Unterschrift, sondern ihre Dynamik beim Schreiben, erklärt Kniess. "Es wird gemessen, zu welchem Zeitpunkt der Stift wo auf der x- und y-Achse ist." Je nach Fähigkeiten des jeweiligen Touchpads oder Displays könnte die Messung auch um Parameter wie Druck oder Winkel erweitert und damit noch sicherer gemacht werden.

Dirk Averesch/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Klaus_P (24.04.2009, 14:27 Uhr)
Verschlüsselung ist mitlerweile unabdingbar
seit der Rollstuhlfahrer den Grundrechten der Bürger in D den Krieg erklärt hat...
JoaG (24.04.2009, 14:17 Uhr)
Gute Erfahrungen mit Truecrypt und Drivecrypt
Die geäusserten Bedenken, dass Systemabstürze und Stromausfälle das System beim Verschlüsseln zerstören könnten, kann ich entkräften. Container von Truecrypt oder dem kommerziellen Verwandten Dricecrypt enthalten Backup-Kopien der Header, so dass diese benutzt werden, falls ein Header beim Schreiben während eines Absturzes beschädigt wurde. Ich benutzte das alles seit 10 Jahren und mein Windows stürzt praktisch dauernd ab. In den Containern erfolgt das Schreiben von Dateien wahlweise im NTFS-Filesystem mit dessen Sicherheit, d.h. Dateien werden erst gespeichert und dann überschrieben, nicht einfach überschrieben. Korruptionen im Dateisystem können genauso auftreten wie ohne Verschlüsselung und genauso behandelt werden mit Checkdisk, etc. Für die Verschlüsselung der ganzen Festplatte sollte man eine Notdiskette erstellen, falls der MBR - Master Boot Record - der Festplatte beschädigt wird. Aber auch dann kann man mit der Notdiskette retten solange man nur das Passwort weiss. Die Verschlüsselung basiert ausschliesslich auf dem Passwort. Eine Besonderheit ist noch, dass die Existenz der Verschlüsselung selber verborgen werden kann. Daten können in Musikdateien versteckt werden, Container haben standardmässig keinen sichtbaren Header oder eine Dateiendung, die sie als solche erkennen lassen. Zur Tarnung kann ein veschlüsseltes Betriebssystem in dem leeren Speicherbereich von einem unverschlüsselten zum öffentlichen Schein erstellen versteckt werden. Dadurch gerät man gar nicht erst in die Situation danach gefragt zu werden, das Passwort doch bitte heraus zu geben, es sei denn, man ist so dumm und geht damit hausieren, dass man Verschlüsselung verwendet, nach dem Motto, Ihr habt zwar meinen Rechner aber an die wichtigen Daten kommt Ihr eh nicht ran. Damit provoziert man nur, in Beugehaft genommen oder unter Umständen gefoltert zu werden, je nachdem, wo man sich befindet und wie wichtig die Daten eingeschätzt werden.
DarkSpir (24.04.2009, 14:01 Uhr)
Wenn ich an Systemverschlüsselung denke...
...fällt mir eigentlich jedesmal dieser eine XKCD-Comic ein: http://xkcd.com/538/
tobix (24.04.2009, 14:01 Uhr)
Beim Verschlüsseln vorsichtig sein!
Wer seine Daten verschlüsselt sollte sich auch verstärkt Gedanken zum Backup machen. Zusätzlich zu den üblichen Ausfallmöglichkeiten (bspw. Hardwaredefekt) kommen noch Fehler durch die Verschlüsselung dazu, bspw. wenn man den Rechner mitten im Schreibvorgang vom Stromnetz trennt. Da kann man sich den ganzen TrzeCrypt-Container zerschießen. Und wer mit Betriebssystemmitteln verschlüsselt muss die Schlüssel sichern, damit er bei einer Neuinstallation wieder an die alten Daten kommt. Einfach Festplatte woanders dranhängen geht da nicht.
Leider ist das Thema Backups für Normalanwender nicht ganz so trivial, fehlertolerant und komfortabel.
MisterBrezeldent (24.04.2009, 12:16 Uhr)
Gaaaaanz sicher,...
... und das auch für unterwegs, sind folgende Daten: Der 15. Januar, der 11. Mai, der 36. Septober und der 43. Oktember. Weitere Daten auf Anfrage bei gern-online.
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