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GoPro im freien Fall: Der jähe Absturz des Actioncam-Riesen

GoPro war mit seinen kleinen Actioncams eines der hippsten Unternehmen der Welt und der Shootingstar der Börse. Nun befindet sich die Firma im freien Fall - und GoPro ergreift überraschende Maßnahmen.

GoPro kämpft mit Verlusten

GoPro kämpft mit Verlusten

Kleine, wasserdichte Kameras, die problemlos ans Surfbrett oder den Fahrradlenker geschnallt werden: Die Idee ist simpel, doch sie machte Nick Woodman steinreich. Dem Hobby-Surfer gelang es, sein Start-up GoPro innerhalb weniger Jahre von einer Garagenfirma in ein weltweit aktives Unternehmen zu verwandeln. Mehr noch: GoPro wurde quasi zum Synonym der Actioncam, jahrelang dominierte man den selbstgeschaffenen Markt nach Belieben.

Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Am Mittwoch hat der Konzern erneut überraschend schwache Quartalszahlen präsentiert: Im Weihnachtsgeschäft brachen die Erlöse um satte 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein.Unterm Strich machte GoPro einen Verlust in Höhe von 34,5 Millionen Dollar. Im letzten Jahr blieben noch 122 Millionen in der Kasse hängen. Und die Aussichten aufs nächste Quartal sind nicht besser. Kein Wunder, dass die Aktie zeitweise um mehr als 20 Prozent abstürzte.

GoPro entschlackt das Portfolio

Woodman muss jetzt handeln: Vor wenigen Wochen räumten 100 von insgesamt 1500 Mitarbeitern ihren Schreibtisch, jetzt wird die Axt an die Produktlinie angesetzt. Ab April wird das Unternehmen nur noch drei verschiedene Kamera-Modelle verkaufen: Die Premium-Version Hero 4 Black, die etwas günstigere Hero 4 Silver und das Einsteigermodell Hero 4 Session, das man zuletzt nur mit saftigen Preisabschlägen überhaupt an den Mann bringen konnte. Die restlichen Kameras (darunter die Hero+) wird man nicht mehr anbieten. Mit der Fokussierung auf wenige Produkte erhofft sich GoPro weitere Einsparungen.

Bringt die Hero 5 die Wende für GoPro?

Große Hoffnungen setzt der Konzern auf den Start des neuen Flaggschiff-Modells Hero 5, die dem Markt neue Impulse verleihen soll. Allerdings sind viele Experten der Meinung, dass GoPro das Marktpotenzial weitgehend ausgeschöpft hat. Wer eine Actioncam haben wollte, dürfte bereits eine besitzen. Und die Erneuerungszyklen sind weit geringer als bei Smartphones. Eine Actioncam wird nur alle paar Jahre durch ein neueres Modell ersetzt, wenn sie nicht gerade beim Surfen im Meer verschwindet. Desweiteren hat die Billig-Konkurrenz aus Asien (etwa Xiaomi) mächtig aufgeholt und bietet vergleichbare Modelle teilweise zum halben Preis an.

Ein weiteres Standbein soll die neue Drohne namens Karma werden. Dabei handelt es sich um eine Drohne, die noch in diesem Jahr abheben soll. Ob GoPro damit wirklich das Ruder herumreißen kann, wird sich zeigen.

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Christoph Fröhlich


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