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30. Juni 2011, 14:00 Uhr

Justin Timberlake will Myspace retten

Seit Jahren siecht das soziale Netzwerk Myspace vor sich hin. Auch Medienmogul Rupert Murdoch konnte die Plattform nicht zur einstigen Größe zurückführen. Jetzt erscheint ein möglicher Retter auf der Bildfläche: Popstar Justin Timberlake.

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Gelingt Justin Timberlake die Wende bei Myspace?© Andrea Comas/REUTERS

Ausverkauf zum Spottpreis: Das einst weltweit führende soziale Netzwerk Myspace hat seinen Besitzer gewechselt. Lediglich 35 Millionen Dollar legte die Werbefirma Specific Media dem Medienmogul Rupert Murdoch für den einstigen Branchen-Riesen auf den Tisch. Unterstützt wird das Unternehmen von Pop-Ikone Justin Timberlake, der bereits Pläne zur Rettung von Myspace hat. Zusammen mit sechs Mitarbeitern will er "rund um die Uhr" neue Ideen entwickeln, wie Specific-Media-Chef Tim Vanderhook sagte. Zwei Monate soll im Myspace-Firmensitz in Beverly Hills über die Zukunft des Netzwerks gegrübelt werden. Voraussichtlich im September soll dann die neue Strategie verkündet werden.

Während sich soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ auf die Pflege von privaten Kontakten konzentrieren, setzt Myspace seit Jahren auf multimediale Inhalte von Bands und Filmen. Bis heute ist Myspace ein beliebter Treff von Musikern, um sich mit Fans auszutauschen. In den Profilen kündigen Bands neue Alben an, der eingebaute Mediaplayer liefert Hörproben und der Kalender dient als Tourplaner. Mit Justin Timberlake hat sich Specific Media einen der erfolgreichsten Musiker als Strategie-Experten gesichert.

Verdrängt von Facebook

Der zunehmende Erfolg von Facebook und das Einbrechen der eigenen Nutzerzahlen veranlasste den Medienkonzern News Corp, die Reißleine zu ziehen und das einst weltweit größte Netzwerk zu verkaufen. 2005 sicherte sich Murdoch für aufsehenerregende 580 Millionen Dollar die Rechte an Myspace. Jetzt musste er das Projekt zum Spottpreis verkaufen.

Myspace wurde 2003 gegründet und verzeichnete zu Beginn ein rasantes Nutzerwachstum. Zwischenzeitlich meldeten sich rund 230.000 neue Mitglieder pro Tag in dem sozialen Netzwerk an. Ende 2009 verzeichnete Myspace fast 270 Millionen Mitglieder, davon rund 80 Millionen in den USA. In Europa konnte sich das Netzwerk allerdings nie durchsetzen.

Mittlerweile rennen Myspace die Nutzer in Scharen davon: Allein im ersten Quartal diesen Jahres verließen 20 Millionen das Netzwerk, nur noch 63 Millionen Mitglieder sind übrig. Mit lediglich 15 Millionen Klicks im Monat erreichten auch die Seitenaufrufe ein neues Rekordtief.

cf/DPA/Reuters
 
 
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