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16. Januar 2009, 10:11 Uhr

Unfreiwilliges Porträt aus dem Netz

Wie sorglos Internetnutzer mit persönlichen Angaben im Web umgehen, hat eine Zeitschrift anschaulich gezeigt: Sie hat einen Menschen nur mit seinen Angaben aus dem Netz porträtiert. Der Mann selbst fiel aus allen Wolken, als er den äußerst detaillierten Artikel entdeckte.

Facebook, Internet, Angaben

Mit Angaben bei Facebook & Co sollte man vorsichtig umgehen, wie ein französischer Internetnutzer schmerzhaft erfahren musste© Lukas Barth/DPA

Einem französischen Internetnutzer ist der Spaß am Surfen vergangen, als er in einer Zeitschrift ein ausführliches Porträt über sich gelesen hat. "Ich habe sofort alle Angaben über mich im Internet gelöscht", sagte der Mann der französischen Tageszeitung "Presse Océan".

Eine Zeitschrift hatte ihn im Dezember per Zufall herausgepickt, um einen Artikel über ihn zu schreiben - mit den Angaben, die der Mann selbst auf Websites wie Facebook, YouTube und Flickr über sich gemacht hatte. In dem Porträt ist über Familie und Ex-Freundinnen des Franzosen sowie über seine Arbeit und Hobbys zu lesen, selbst seine Handynummer wird genannt.

Das Porträt, in dem lediglich der Nachname des Surfers fehlte, habe ihm nächtelang den Schlaf geraubt, hieß es in "Presse Océan". Der Internetnutzer protestierte schriftlich gegen den Text und bewirkte damit immerhin, dass die Zeitschrift seinen Wohnort und weitere Angaben in ihrer Internetausgabe verschleierte, um ihn nicht kenntlich zu machen - die Druckversion änderte sich im Nachhinein natürlich nicht.

"Sein Privatleben im Internet auszubreiten, ist gefährlich", erklärte der Gründer des Magazins "Le Tigre", Raphael Meltz. Dies habe sein Blatt zeigen wollen. Die Zeitschrift werde weitere "anonyme Porträts" von Internetnutzern veröffentlichen.

AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Sardor (17.01.2009, 11:51 Uhr)
Wunder über Wunder
Da gibt jemand persönliche Informationen ins öffentliche Web frei und wundert sich dann, das fremde Leute sie lesen und auswerten können? Ist mir zu hoch...
gmathol (17.01.2009, 08:56 Uhr)
Als Betreiber von Web-Praesenzen oder Blogs...
...bleibt man eh nicht anonym. Zurueckverfolgen kann man im Internet Einiges aber bei weitem nicht alles.
Es gibt natuerlich "Schlaukoepfe" die sich bei Google oder Yahoo mit einem Nutzer einloggen z. B. damit die e-mails dann einfacher versendet werden koennen.
Wer dann noch in seinem Profil Adressen und Telephon-Nummern stehen hat der kann unter Umstaenden Probleme herbeirufen.
Software-Proxies z. B. verhindern nicht das der Browser geschwaetzig ist. Es gibt allerdings Methoden total anonym zu bleiben - diese sollte sich allerding jeder selber erarbeiten.
schlotti (16.01.2009, 22:08 Uhr)
@shine
Da haben Sie wohl recht.
Einmal gemachte Angaben vollständig zu löschen, ist schlicht nicht möglich.
Man kann nie sicher sein, dass diese Angaben nicht zwischenzeitlich auf anderen Seiten auftauchen.
Ich empfehle meiner Kundschaft immer, mal bei Google nach dem eigenen Namen zu suchen. Das sensibilisiert die Leute normalerweise.
Die Suche nach "Schlotti" zum Beispiel ergibt 8470 Treffer.
Ich bin zwar (soweit ich's probiert habe) nicht dabei, aber jede Menge Leute, die sich ebenfalls Schlotti nennen. Diese geben in den Profilen diverser Seiten teilweise erschreckend viele Daten preis, von denen ich jedenfalls nicht wollte, dass sie allgemein bekannt seien.
Das Problem ist die erschreckend große Unkenntnis der meisten User.
Die Leute schaffen es, einen Browser zu starten, halten die Startseite www.google.de für Bestandteil des Browsers und glauben, weil der Browser vertrauenswürdig ist (das hat schließlich der Kumpel gesagt, der www.google.de als Startseite eingerichtet hat), die angezeigten Links seien ebenfalls unbedenklich.
Da wird dann bedenkenlos drauflos geklickt.
Dabei gibt es wirklich gute, preiswerte Kurse bei jeder Volkshochschule.
Diese empfehle ich meinen Kunden ebenfalls regelmäßig.
Zuletzt sei die Seite:
http://www.bsi-fuer-buerger.de/
empfohlen.
Diese Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik ist eine besonders für Laien gemachte, leicht verständliche Einführung ins Internet mit sehr guten Erklärungen der Gefahren, die darin lauern.
MfG,
Schlotti
shine (16.01.2009, 13:06 Uhr)
Re: alle Angaben über mich im Internet gelöscht
"Ich habe sofort alle Angaben über mich im Internet gelöscht"...
Der Mann hat die Funktionalitäts des Internets immer noch nicht begriffen...
interpolantics (16.01.2009, 13:05 Uhr)
@bernie.abg
Aber der Staat kann es zumindest zum Teil wieder richten und zwar sehr einfach. Zunächst damit, dass die Sammlung von persönlichen Daten und der Datenverkauf durch Unternehmen illegalisiert werden müssten. Dann wäre man schon einen großen Schritt weiter.
bernie-abg (16.01.2009, 12:34 Uhr)
Brauchen wir...
...einen Führerschein fürs Internet für unbedarfte Nutzer? Es scheint so, denn wenn etwas passiert ist das Geschrei groß und der Staat, die Gesellschaft solls richten.
susiwolf (16.01.2009, 11:15 Uhr)
Scharfes Profil - scharfe Warnung ...
Die Medien sollten dieses Thema generell häufiger aufgreifen und publizieren ...
-
Da sind Überraschungen fällig - bei (fast) Jedem. JederMann und JedeFrau kennt zwar die Problematik;
aber weiß auch Jeder Bescheid über die Hinterlassenschaften im Netz ... ?
Zweifel sind angesagt. Nachdenken auch.
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