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29. Juni 2007, 17:20 Uhr

Wie komme ich an günstigere Roaming-Gebühren?

Am Wochenende tritt die neue Roaming-Verordnung der Europäischen Union in Kraft. Mit ihr sollen Handygespräche im Ausland günstiger werden. Die Bundesnetzagentur rät Kunden, in der Übergangszeit die Mobilfunkangebote genau zu prüfen.

Handytelefonate im Ausland sollen billiger werden© Franco Silvi/DPA

Günstigere Handy-Telefonate im EU-Ausland: Am Samstag tritt die EU-Roaming-Richtlinie in Kraft, die Preisobergrenzen für Mobilfunkgespräche im Ausland vorschreibt. Künftig gilt für solche Anrufe ein einheitlicher Höchstpreis von 49 Cent pro Gesprächsminute, hinzu kommt die Mehrwertsteuer - in Deutschland liegt die Preisgrenze damit praktisch bei 58,31 Cent. Diese Grenze soll im kommenden Jahr auf 46 Cent netto (54,74 Cent brutto) und 2009 auf 43 Cent netto (51,17 Cent brutto) pro Gesprächsminute gesenkt werden.

Für die Annahme eines Handy-Gesprächs im EU-Ausland werden die Preise noch deutlicher sinken: Zunächst auf 24 Cent netto pro Gesprächsminute, 2008 dann auf 22 Cent und 2009 auf 19 Cent. Die deutschen Brutto-Höchstgrenzen sind entsprechend 28,56 Cent, 26,18 Cent und 22,61 Cent. Nach der langen Diskussion habe der Verbraucher jetzt die Chance, seine Roaming-Kosten zu begrenzen, teilte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, in Bonn mit. "Wichtig ist, sich genau zu informieren und neue Angebote kritisch zu prüfen", betonte Kurth. Nicht alle Kunden werden sofort in den Genuss der günstigeren Tarife kommen, denn die Richtlinie schreibt folgenden Zeitplan vor:

Mit In-Kraft-Treten haben Mobilfunkbetreiber generell einen Monat Zeit, um ihre Kunden anzuschreiben und ihnen den neuen Euro-Tarif anzubieten. Wer ihn dann sofort anfordert, muss innerhalb eines weiteren Monats umgestellt werden. Verbraucher, die nicht auf das Schreiben ihres Mobilfunkanbieters reagieren, werden zwei Monate nach Eingang - also Ende September - in den Euro-Tarif übernommen. "Wer jetzt schnell handelt, kann früher umgestellt werden und daher mehr sparen", rät der Präsident der Netzagentur. Auch Kunden, die sich vor dem 30. Juni für ein spezielles Roamingangebot ihres Anbieters entschieden hatten, können ebenfalls den Euro-Tarif wählen, müssen dies dem Anbieter aber ausdrücklich mitteilen. Denn sie werden nicht automatisch umgestellt. In Deutschland haben die Mobilfunkbetreiber schon günstigere Preismodelle vorgestellt - allerdings fällt der Startschuss zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Bundesnetzagentur wird nach Kurths Worten darauf achten, dass die Anbieter ihren Verpflichtungen gegenüber den Kunden nachkommen "und bei eventuellen Verstößen einschreiten".

AP
 
 
 
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