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Roaming-Gebühren: Mobilfunker respektieren Preissenkung

Eine Umfrage der EU hat ergeben: Die meisten Mobilfunkbetreiber haben den Euro-Tarif bereits umgesetzt. Ab Ende August dürfen alle Gespräche innerhalb der EU nicht mehr als 49 Cent pro Minute kosten. Einige schwarze Schafe gibt es dennoch.

Günstigere Konditionen im Ausland: Maximal 49 Cent pro Minute soll das Gespräch demnächst kosten

Günstigere Konditionen im Ausland: Maximal 49 Cent pro Minute soll das Gespräch demnächst kosten

Die von der EU verfügte drastische Preissenkung für das Telefonieren mit dem Handy im Ausland wird von den meisten Mobilfunkbetreibern respektiert. "Insgesamt sind wir mit der Umsetzung der entsprechenden Verordnung zufrieden", sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Die Betreiber müssen den sogenannten "Eurotarif" seit 30. Juli anbieten und spätestens ab 30. August auch tatsächlich auf diesen Tarif umstellen können. Er darf für im Ausland geführte und eingehende Gespräche nicht mehr als 49 Cent pro Minute beziehungsweise 24 Cent betragen.

Drei der vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland bekamen von der EU-Kommission gute Noten für ihre Antwort auf die Preisbegrenzung. E-Plus, T-Mobile und Vodafone haben den Eurotarif deutlich früher als zum 30. August aktiviert: T-Mobile ab 1. Juli, Vodafone ab 29. Juli und E-Plus ab 1. August. Ihre Tarife liegen ebenso wie die Tarife der meisten anderen Anbieter in der EU genau oder fast genau an den erlaubten Obergrenzen.

Auch O2 hat pünktlich geliefert

Die deutsche Telefónica-Tochter O2, die nach ursprünglicher Darstellung der EU-Kommission "keine Angaben" machte, stellte später durch einen Sprecher klar, sie habe die Kommission sehr wohl pünktlich informiert. Die EU-Behörde berichtigte im Laufe des Donnerstags ihre Webseite. O2 wird den Angaben des Sprechers zufolge Ende August den Eurotarif aktivieren - präzise im Zeitplan der EU- Verordnung.

Nur einige schwarze Schafe

Nach Angaben von EU-Kommissarin Viviane Reding profitieren bereits rund 50 Prozent der Verbraucher in der EU von erheblich - teilweise um bis zu 70 Prozent - gesenkten Tarifen. Lediglich "in einigen wenigen Fällen" werde versucht, die Auswirkungen der Verordnung durch "unübersichtliches oder möglicherweise sogar wettbewerbsfeindliches Verhalten hinauszuzögern". Brüssel hatte 95 Mobilfunkbetreiber in der EU gefragt, wie sie die Verordnung zur Preissenkung anwenden. Es gebe lediglich einige "schwarze Schafe", hieß es in einer Mitteilung.

Der billigste Tarif wird nach Angaben der EU-Kommission vom britischen Betreiber 3 angeboten: Er liegt bei 31,5 Cent für einen Anruf aus dem Ausland und bei 12,6 Cent für einen aus dem Ausland eingehenden Anruf. Viele Anbieter hätten auch die Kunden automatisch auf den neuen günstigeren Tarif umgestellt, ohne von ihnen eine Reaktion zu verlangen.

Die EU-Verordnung sieht als Mindeststandard vor, dass spätestens zum 30. Juli ein Angebot für den Eurotarif gemacht werden muss. Nimmt der Kunde das Angebot an, muss spätestens einen Monat später tatsächlich umgestellt werden. Bleibt der Kunde passiv, muss der Tarif spätestens zum 30. September umgestellt werden. Zu den Negativbeispielen der Kommission gehört ein Betreiber in Zypern, der erst zum 30. August den Eurotarif anbieten will. Außerdem bedauerte die Kommission, dass keiner der drei Betreiber in Lettland auf den Fragebogen antwortete und auch in Finnland zwei von fünf Betreibern eine Antwort schuldig blieben.

DPA / DPA