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Rassistisches Malheur: "Cool" sind nur die weißen Kinder

Alles nur ein dummer Zufall? Ein US-Amerikaner entdeckte im Schwimmbad ein Poster des amerikanischen Roten Kreuzes, das leicht verständlich die Baderegeln erklären soll. Doch die bösen Kinder darauf sind nicht die weißen.

Poster mit Baderegeln

"Ein nicht beabsichtigtes Missverständnis" nennt das Rote Kreuz die Tatsache, dass auf ihrem Poster mit Baderegeln vor allem afroamerikanische Kinder gegen die Bestimmungen verstoßen und deshalb "Not Cool" sind

John Sawyer ist Amerikaner und arbeitet in Washington D.C. als Direktor für Bundesangelegenheiten beim Nationalverband des Gesundheitswesens. Ein sperriger Titel, der offenbar die Aufgabe beinhaltet, öffentliche Gesundheitseinrichtungen unter die Lupe zu nehmen. Sein Schwimmbadaufenthalt am 21. Juni war also kein Familienausflug mit Plantschvergnügen, sondern hatte berufliche Gründe. Sawyer war in Salida, Colorado, und besuchte dort ein Schwimmbad mit Erholungsbereich. Wie in jedem Schwimmbad, gelten auch dort Baderegeln, die eigentlich überall auf der Welt dieselben sind: nicht rennen, nicht schubsen, nicht vom Beckenrand springen und so weiter. Das Bad in Salida hatte diese mit einem Plakat des amerikanischen Roten Kreuzes ausgehängt, das mit einer simplen Illustration erklärt, wie man sich richtig verhält, sodass Gefahrensituationen oder Verletzungen minimiert werden. Doch dieses Poster erregte Sawyers Aufmerksamkeit, als er es sich genauer anschaute. Sawyer machte ein Foto und lud es bei Twitter hoch.

Bei genauerer Betrachtung erkennt man, was Sawyer aufgefallen war: Sämtliche Kinder, die sich falsch verhalten, sind dunkelhäutig, beziehungsweise eins von ihnen Asiate. Letzterer läuft mit Limo durch den Badebereich, ein dunkelhäutiges Mädchen schubst, ein Junge schreit, einer macht einen Köpper vom Beckenrand und der nächste rennt, immerhin verfolgt von einem hellhäutigen Kind, am Beckenrand entlang. Die fünf Todsünden für Bademeister, alle begangen von Kindern anderer Hautfarbe als Weiß. 

Sawyer nutzte sein Amt und befahl dem Roten Kreuz, dem Schwimmbad ein neues Baderegel-Poster zuzusenden, weil ihres total rassistisch sei. Das Rote Kreuz reagierte schockiert, offenbar war dort niemandem aufgefallen, welche Botschaft dieses Motiv unterschwellig transportierte. Die Antwort kam prompt – ebenfalls via Twitter.

Die Vorlage wurde von der Homepage des Roten Kreuzes gelöscht, ein neues Plakat wird entworfen. Dieses Mal wird wohl zweimal draufgeguckt, bevor es auf die Website wandert.

bal

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