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18. April 2007, 08:55 Uhr

Ultraschall juckt Stechmücken nicht

Um lästige Moskitos fernzuhalten oder sogar als Schutz vor Malaria werden immer wieder im Handel spezielle Ultraschallgeräte angepriesen. Alles nur Schall und Rauch, meinen Wissenschaftler - den hohen Ton können die stechwilligen Mückenweibchen offenbar gar nicht hören.

Der Ton der Ultraschallgeräte soll den Mückenweibchen den Flügelschlag der Männchen vorgaukeln - ohne Erfolg, wie Forscher bewiesen© Hans Pfletschinger/Archiv Angermayer

Obwohl sich bereits zehn Feldstudien mit elektronischen Ultraschall-Insektenvertreibern beschäftigt haben, wies keine der Untersuchungen deren Wirksamkeit nach, berichten iranische Forscher. Die Geräte senden einen sehr hohen Ton aus, der für erwachsene Menschen kaum hörbar ist. Dieser soll laut den Herstellern befruchtete, blutsaugende Mückenweibchen in die Flucht schlagen, da er sie an den hochfrequenten Flügelschlag der paarungswilligen Männchen erinnert. Über die Ergebnisse berichtet das Team um Ahmadali Enayati von der Universität von Mazandaran in Sari in der Fachzeitschrift "Cochrane Library" (DOI: 10.1002/14651858.CD005434.pub2).

Nicht geeignet als Malaria-Schutz

Obwohl die Wirksamkeit von Ultraschallgeräten zur Moskitoabwehr wissenschaftlich nie bewiesen wurde, werden diese vermeintlichen Schutzmittel noch immer beworben und angewandt - auch zur Prävention vor Malaria, die in tropischen und subtropischen Gebieten von Stechmücken übertragen wird. Enayati und seine Kollegen fassten nun die vorhandenen wissenschaftlichen Daten zusammen: In den vergangenen 30 Jahren haben Wissenschaftler in Afrika, Nordamerika und Russland in zehn Feldstudien diese Ultraschallgeräte untersucht. Doch in allen Studien befanden sich auf dem Körper der Testpersonen in der Nähe eines Geräts genauso viele Mücken wie auf Kontrollpersonen ohne Mückenschreck.

Frühere Untersuchungen weisen darauf hin, dass das Gehör der Moskitoweibchen weniger gut ausgebildet ist als das der Männchen: Bei der Partnersuche der Stechmücken reagieren eher die Männchen auf den Klang des Flügelschlags der Weibchen als umgekehrt. Enayati und seine Kollegen bezweifeln deshalb die Theorie, wonach bereits befruchtete Weichen dem hohen Surren der Männchen aus dem Weg gehen. Sie fordern, Ultraschallgeräte nicht mehr zur Malariabekämpfung zu bewerben.

DDP
 
 
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