Pferdefleisch in Ikea-Hackbällchen

25. Februar 2013, 14:03 Uhr

Der europaweite Lebensmittel-Skandal macht nun auch Ikea zu schaffen: In Tschechien haben Lebensmittelkontrolleure in den beliebten Hackbällchen des Möbelkonzerns Pferdefleisch gefunden.

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Vom Pferd oder vom Rind? In mehreren Gerichten wurde in den vergangenen Wochen falsch deklariertes Fleisch entdeckt.©

Tschechische Lebensmittelinspektoren haben Pferdefleisch in für Ikea produzierten Hackbällchen entdeckt. Das teilte ein Sprecher des staatlichen Veterinäramts am Montag mit. Labor-Analysen hätten Pferde-DNA in einer Ein-Kilogramm-Tiefkühlpackung der Ikea-Filiale in Brünn (Brno) nachgewiesen.

Die Behörde wies Ikea an, das Produkt unverzüglich aus den Regalen zu nehmen. Über das Schnellwarnsystem RASFF seien die übrigen EU-Staaten umgehend informiert worden. Es handelte sich um eine Schweden hergestellte Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 22.1.2014. Pferdefleisch fand die Behörde zudem in einer Rindfleisch-Lieferung aus Polen eines anderen Händlers.

Ikea verkauft in Kantinen Fleischbällchen-Gerichte. Außerdem hat das Möbelhaus Hackbällchen unter dem Namen Köttbullar auch gefroren im Angebot.

Kein Fund in deutschen Restaurants

In den deutschen Filialen des Möbelhauses ist kein Pferdefleisch in Fleischklößchen gefunden worden. "Wir haben eine DNA-Probe vom vergangenen Freitag, die besagt, dass in deutschen Köttbullar kein Pferdefleisch enthalten ist", sagte die Sprecherin von Ikea Deutschland. Auf Tierarten-DNA werde nicht routinemäßig untersucht. Es werde diskutiert, ob wegen der Pferdefleischfunde in Köttbullar in Tschechien auch in deutschen Ikea-Restaurants weiter getestet werden solle. Weltweit setzte Ikea mit Esswaren im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro um.

Ikea hat den Verkauf von Fleischklößchen in 14 europäischen Ländern gestoppt, bietet sie aber weiter in Deutschland an. Die Ikea-Häuser in den vom Verkaufsstopp betroffenen Ländern haben ihre Köttbullar", die typisch schwedischen Hackfleischbällchen, von einem Lieferanten im schwedischen Lidköping erhalten. Betroffen sind neben Schweden auch Großbritannien, die Slowakei, Tschechien, Ungarn, Frankreich, Portugal, Italien, die Niederlande, Belgien, Zypern, Spanien, Griechenland und Irland.

An diesem Montag wollen die EU-Landwirtschaftsminister auf einem Treffen in Brüssel über eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel beraten. Anlass ist der Pferdefleisch-Skandal. In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren zuletzt nicht deklarierte Spuren von Pferdefleisch in Fertiggerichten wie Ravioli, Tiefkühllasagne oder Dosengulasch entdeckt worden. Wo das Fleisch von Pferde- zu Rindfleisch umetikettiert wurde, wird derzeit ermittelt.

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