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Schwitzen bis der Arzt kommt

Diagnose

Keine falsche Scham: Wenn Sie wegen übermäßigen Schwitzens zu einer Ärztin gehen, wechseln Sie vorher bloß nicht Ihre Kleidung. Denn ausgedehnte Schweißflecken unter den Achseln, getrocknete Salzspuren oder feuchte Hände bei der Begrüßung sind für sie schon erste Hinweise auf Ihre Krankheit.

Es gibt zwar keinen Labor- oder Messwert, der klar aussagt, ob Ihr Schwitzen noch normal oder schon krankhaft ist. Aber normalerweise erkennt die Hautärztin eine Hyperhidrose, wenn Sie Ihr die Symptome möglichst genau schildern.

Feuchte Haut neigt zu bestimmten Krankheiten. Dazu gehören beispielsweise Fußpilz, schmerzhafte Hornhautaufweichung oder Warzen. Wenn Sie darunter leiden, ist das für die Medizinerin ein weiterer Hinweis auf übermäßiges Schwitzen. Darüber hinaus bestätigen verschiedene Testverfahren die Diagnose.

Tests zeigen, wo und wie viel Sie schwitzen

Mit Hilfe des Jod-Stärke-Tests grenzt der Arzt das Hautareal ein, das vermehrt Schweiß absondert. Er bestreicht die trockene Haut mit einer Jodlösung und siebt Stärke darüber. Stärke, Jod und Schweiß reagieren chemisch miteinander und färben die schwitzende Körperstelle schwarzbläulich. Der Test sagt aber nichts darüber aus, wie viel Schweiß die Drüsen abgeben. Er sollte aber immer durchgeführt werden, bevor Sie sich einer Behandlung mit dem Nervengift Botulinumtoxin unterziehen: Die übermäßig aktiven Schweißdrüsen reichen manchmal über die Achselhöhlen hinaus bis zur Mitte des Brustkorbs.

Ein anderer Test heißt Gravimetrie. Mit dieser Methode kann der Mediziner die Schweißmenge bestimmen. Er benötigt dazu Filterpapier, Stoppuhr und eine Waage. Das Filterpapier saugt die Feuchtigkeit auf, die Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraum ausgeschwitzt haben. Danach wird das Filterpapier gewogen.

Solche Messungen nutzen Mediziner insbesondere für klinische Studien und Untersuchungen. Sie überprüfen damit, ob eine Therapie die Schweißmenge verändert hat. Die Aussagekraft der Messungen ist leider nur begrenzt, da die Schweißmenge jedes Mal extrem schwanken kann. Sollten Sie jedoch pro Achsel mehr als 100 Milligramm Schweiß in fünf Minuten abgeben, leiden Sie wahrscheinlich an einer Hyperhidrosis.

Vielleicht steckt eine Krankheit dahinter

Wenn Sie übermäßig stark schwitzen, dann wird die Ärztin klären, ob eine Krankheit dahinter steckt. Das kann eine Infektion sein, erhöhter Blutzucker, eine Schilddrüsenkrankheit oder eine neurologische Krankheit. Auch bösartige Tumoren können starkes Schwitzen auslösen. Manchmal schwitzen Übergewichtige sehr stark. Auch Frauen den Wechseljahren erleben bisweilen Schwitzattacken, weil der Spiegel des Hormons Östrogen sinkt.

Hat Ihre Ärztin den Verdacht, dass Sie unter einer Krankheit leiden, wird sie entsprechende Untersuchungen veranlassen. Sie wird auch fragen, welche Medikamente Sie einnehmen. Zu den Arzneimitteln, die für starkes Schwitzen verantwortlich sind, zählen unter anderem Antibiotika und Antidepressiva.

Seite 1: Schwitzen bis der Arzt kommt
Seite 2: Symptome
Seite 3: Diagnose
Seite 4: Therapie
Seite 5: Tipps
 
 
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