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13. April 2007, 06:32 Uhr

"Ich will eine Charakterschauspielerin werden"

Plötzlich tauchte sie 2004 in Hollywood an der Seite von Brad Pitt auf: Die Deutsche Diane Kruger spielte die schöne Helena in "Troja". Jetzt will sie mehr sein als schöne Staffage und spielt in dem Mandela-Film "Goodbye Bafana".

Die schöne Diane posiert zur Premiere von "Goodbye Bafana" in Berlin© Clemens Bilanddp/DDP

Frau Kruger, nach "Troja" und "Tempelritter", in denen Sie eine schöne Zierde an der Seite der Helden darstellten, spielen Sie in "Goodbye Bafana" eine Charakterrolle: Gloria, die Frau des Gefängniswärters von Nelson Mandela, die sich von einer Rassistin zu einer Gegnerin der Apartheid entwickelt.

Es ist bestimmt eine der anspruchsvollsten Rollen, die ich je hatte - eine Frau von 28 bis 48 zu spielen und noch dazu eine Rassistin. Auch Englisch mit einem südafrikanischen Akzent zu sprechen, war eine Herausforderung. Aber Gott sei dank bietet man mir nach "Troja" oder den "Tempelrittern" solche Rollen an.

Konnten Sie die Wandlung, die Gloria durchgemacht hat, nachvollziehen?

Für mich war das plausibel. Um mich mit der Rolle zu identifizieren, habe ich Gloria oft getroffen, ihr Fragen gestellt, sie nach ihren Gründen gefragt, warum sie nicht eher, wie ihr Mann, angefangen hat, ihre Meinung zu ändern. Und sie hat mir das so erklärt: Wir haben auf einer Insel gelebt, es gab kein Fernseher, keine Zeitung. Sie musste auf die Kinder aufpassen, ihr einziges soziales Netz bestand darin, als Friseurin zu arbeiten. Und auf einmal fing ihr Mann an, mit den Schwarzen zu sympathisieren. Das hat ihr Leben total kaputt gemacht. Kein Mensch wollte sich mehr bei ihr frisieren lassen. Die Kinder wurden bedroht, sie hatte Angst um die Sicherheit ihrer Familie. Das kann ich nachempfinden. Sie ist eine einfache Frau, keine Intellektuelle oder sehr emanzipiert.

Haben Sie Original-Schauplätze in Südafrika besucht?

Mit Gloria bin ich in die Townships gegangen, habe ihr Haus auf Robben Island besichtigt, wir waren in den Gefängnissen. So gut habe ich mich noch nie auf einen Film vorbereitet.

Was waren denn die wichtigsten Fragen, die Sie gestellt haben?

Haben Sie das wirklich an die Rassentrennung geglaubt? Haben Sie nicht gedacht, dass das schrecklich ist? Wie konnten Sie Ihren Kindern so was sagen? Sie hat versucht, das zu erklären. Aber wissen Sie, wie soll sie das erklären? Sie ist so aufgewachsen, nicht mit den Schwarzen aus einer Tasse zu trinken.

Wie waren denn die Dreharbeiten in Afrika?

Alle Leute waren so begeistert über diesen Film. Es ist ein Land, das seine Wunden heilen will. Viele der Schwarzen in unserer Crew waren selbst im Gefängnis. Überall, wo wir gedreht haben, wurden wir stark unterstützt. Auf der anderen Seite ist es gefährlicher geworden, dort zu leben als vor fünf Jahren als ich das erste Mal in Südafrika war. Während der Dreharbeiten ist sogar ein Freund von mir umgebracht worden. Wir haben noch mit ihm Abend gegessen. Auf dem Nachhauseweg wurde er entführt, nackt ausgezogen, zehn Stunden in den Kofferraum seines Autos gesperrt und am nächsten Morgen auf der Autobahn erschossen - nur weil sie sein Auto klauen wollten.

Hatten Sie Angst und das Gefühl, dass die politische Lage schlimmer geworden ist?

Nein, auf der anderen Seite gibt es ja mittlerweile eine schwarze Mittelschicht, Schwarze, die in die Restaurants und in die Shopping-Malls gehen. Aber man merkt auch, dass die schwarzen Jugendlichen viel Hass und Wut gegen die Weißen haben, weil sich ihnen immer noch nicht die gleichen Chancen bieten.

Apartheid-Melodram

Apartheid-Melodram Wichtig ist er allemal, er hätte aber auch gut werden kann. "Goodbye Bafana" erzählt die wahre Geschichte von Gregory (Josef Fiennes), dem letzten Gefängniswärter von Nelson Mandela (Dennis Haysbert). Eigentlich soll Gregory Mandela ausspionieren, doch er ist so beeindruckt von ihm, dass er dem ANC-Anführer ein echter Freund wird und für ein freies und demokratisches Südafrika kämpft. Leider gibt Regisseur Bille August dem Streifen solch einen biedermeierlichen Anstrich, dass die Handlung ziemlich banal rüberkommt.

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