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23. Juni 2010, 09:17 Uhr

Der "King of Pop" auf allen Kanälen

Am 25. Juni ist es ein Jahr her, dass Michael Jackson gestorben ist. Und pünktlich zum Stichtag gibt es natürlich reichlich Erinnerungshilfen. Der Popstar ist und bleibt ein faszinierendes Rätsel.

Michael Jackson, Todestag, Videospiele, Sondersendungen, Fernsehprogramm, Scream, Beat It

Fast ein Jahr ist es her, dass Michael Jackson gestorben ist© EPA

Schon zu Lebzeiten wirkte Michael Jackson zuweilen, als sei er nicht von dieser Welt. Nun, da er tatsächlich im Jenseits weilt, und sich zudem sein Todestag zum ersten Mal jährt, hat alle Welt freie Bahn für die ganz eigene Michael-Jackson-Interpretation. Schon in dieser Woche beginnt der Gedenkmarathon. Kaum ein Sender, der nicht versucht, sein spezielles Bild vom King of Pop zu zeichnen:

Den Anfang macht an diesem Freitag um 23:55 Uhr das ZDF mit der Reportage "Michael Jackson - King of Pop". "Spurensuche mit Markus Lanz in Kalifornien" steht im Untertitel - und genau darum geht es. Der TV-Moderator und -Koch war mit seinem Team im "Golden State" unterwegs, um etwas über Jacksons Leben zu erfahren. Dabei drehte er auch auf der Neverland-Ranch, die Jackson mit unzähligen Dollar-Millionen zu einem Fantasiereich samt Privatzoo und Vergnügungspark ausbaute und die ihn finanziell an den Rande des Ruins brachte.

Natürlich ist auch Jacksons Musikkarriere Thema: von den Jackson Five über künstlerische Höhepunkte wie "Thriller" und "History" bis zur Ankündigung seines Comebacks wenige Wochen vor seinem Tod. In den 60 Minuten sind Konzertausschnitte, Videoclips und Fernsehauftritte zu sehen. Echte Fans dürften sich vor allem auf bisher unveröffentlichtes Material freuen: von Jacksons Berlin-Besuch im Jahr 2002 oder von einer Geburtstagsparty auf der Neverland-Ranch. Dazu gibt es Interviews mit Weggefährten, Freunden und Bekannten des Stars.

Dokumentationen und Konzertclips

Die ARD legt am Montag (21. Juni, 21 Uhr) nach: Die elfte Staffel der Porträtreihe "Legenden" startet mit einem 45-minütigen Film über den Musiker. Michael Wech hat den Streifen gedreht, den der ehemalige Jackson-Manager Dieter Wiesner trotz Detailkritik lobt: "Im Ausschnitt ist Michael Jackson sehr gut eingefangen." Allerdings fehle ihm ein wenig das Lockere, Alberne, das Jackson auch ausgezeichnet habe.

Gleich einen ganzen "Michael Jackson Day" ruft der Sender ProSieben am Donnerstag (24. Juni) aus: Hauptstück ist die Konzertdokumentation "This Is It", die im Oktober 2009 in die Kinos kam. Sie zeigt die Proben zur gleichnamigen Comebackshow und ist um 20:15 Uhr erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen. Im Anschluss läuft ein "Focus TV Spezial - Die letzten Tage im Leben des King of Pop" (22:15 Uhr), gefolgt von der US-Dokumentation "Gone To Soon". Wem das nicht reicht, der kann bereits am Nachmittag einen am Boden zerstörten Fan begleiten ("We are Family", 14 Uhr) und sich im Magazin "taff" (17 Uhr) über die letzten Wochen im Leben des Superstars informieren.

In den Todestag hinein sendet das ZDF das Münchner Konzert von Jacksons "History Tour" aus dem Jahr 1997 - und zwar in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 1:05 Uhr. Am Todestag selbst (25. Juni) wiederholt RTL die Hommage "100 Prozent Michael Jackson" (23:15 Uhr).

Deutlich früher dran waren die Privatsender Vox und RTL II, allerdings mit bescheidenem Quotenerfolg: Bereits am 22. Mai sendete Vox die vierstündige "Spiegel TV"-Dokumentation "König Einsam - das tragische Leben des Michael J. Jackson". Tags darauf zeigte RTL II den Bericht "So starb Michael Jackson wirklich - Augenzeugen packen aus" und anschließend einige Höhepunkte seiner Konzerte.

Ausweichmöglichkeiten für Jackson-Fans

Wer sich nicht vom Fernsehprogramm abhängig machen möchte - weil er vielleicht das WM-Spiel Brasilien gegen Portugal sehen will - kann in die Videothek gehen, um Jackson in "Men In Black II" (2002) oder "Captain Eo" (1986) zu sehen. Oder man weicht auf Computerspiele aus.

In denen war der Popstar schon früh vertreten: 1989 gab es bereits ein Sega-Spiel namens "Moonwalker". Jacksons Stimme kann man in "Space Channel 5" von 1999 (Teil 2 ist von 2002) hören. Und der Spiele-Entwickler Ubisoft verspricht nun sogar ein technisches Novum mit Jackson: Ziel des bisher namenlosen Spiels, das im November - pünktlich zum Album mit bisher unveröffentlichten Titeln - erscheinen soll, ist es, "zu tanzen wie Michael", gab Tony Key von Ubisoft bekannt. "Tu, was der Typ auf dem Bildschirm macht, und du hast es. Bewertet wird die Qualität deiner Performance." Getanzt werde unter anderem zu "Beat It" und "Billie Jean". Es wird als eines der ersten Games "Motion Detection"-Technologie benutzen. Vom Konzept her ganz ähnlich wie bei einem Bewegungsmelder werden die Gebärden aufgenommen, dann allerdings auch noch verarbeitet.

Auch posthum ist der King of Pop also noch immer ganz weit vorn. Das futuristische Video zum Song "Scream" aus dem Jahr 1995 ist mit sieben Millionen Dollar noch immer der teuerste Musikclip aller Zeiten. Und noch immer sind es 4:46 Minuten Zukunft.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Michael Jackson - wie der King of Pop zur Geldmaschine wurde"

sal/dpa
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
em-pathie (22.06.2010, 18:16 Uhr)
Nach einem Jahr...
Am Hotel Bayerischer Hof in München sind zu seinem Todestag unzählige Erinnerungen und Kerzen von Fans aufgestellt. Sehr ergreifende Szene. Bei http://www.emorial.de/michael_jackson kann man eine digitale Kerze für ihn anzünden.
Ha-Hatschi (22.06.2010, 09:25 Uhr)
Undurchdachte Kritik
@leisegesang:

An Thriller ist jedoch kein Solokünstler oder Musikband herangekommen. Ungerechterweise ist es im Falle von Michael Jackson ein tragischer Abstieg, wenn jedoch andere Solokünstler und Musikbands nicht an den Erfolg des Albums herankommen, dann sagt kein einziger etwas (daran denkt auch kein einziger). Letztendlich waren also entweder Elvis, Beatles und Co. alle keine wirklich erfolgreichen Entertainer oder man muss einfach akzeptieren, dass Michael Jackson auch nach Thriller sehr, sehr, sehr erfolgreich war.

"Jedoch sollte man die Spatzen im Dorf lassen, wenn man seine weitere Karriere betrachtet." Abgesehen davon, dass Michael Jackson bis und mit Thriller schon genug in der Musikindustrie geleistet hat, warum sollte man die Spatzen im Dorf lassen? Wenn es um Elvis, Beatles und Co. geht, dann werden die Spatzen auch nicht im Dorf gelassen. Ich persönlich finde, dass Michael Jackson im Entertainmentsektor eine größere Nummer als jeder Solokünstler und jede Musikband davor war. Elvis und Beatles haben gute und erfolgreiche Musik gemacht (ich habe großen Respekt davor), aber Michael Jackson war viel mehr als lediglich ein Musiker / Sänger / Komponist. Er war wirklich ein Entertainer und Gesamtkunstwerk, welcher in etlichen Bereichen erfolgreich war, Maßstäbe setzte und frische Ideen einbrachte (Tanz, Video, Klamotten, Konzertshows, usw.). Um es auf den Punkt zu bringen: Wir hören uns doch heute eigentlich nur Beatles Songs an und singen sie evtl. nach, aber von Michael Jackson werden in Zukunft nicht nur Songs angehört und nachgesungen, sondern auch der Tanz angesehen (evtl. auch ganz ohne seine Musik) und nachgetanzt. Konzertshows, Videos, usw. werden etliche Jahrzehnte als Kunstwerke von ihm überleben und angesehen (z.B. Thriller). Aus diesem Grund ist er meiner Meinung nach wahrlich der "King of Entertainment" und deshalb dürfen die Spatzen auch mal aus dem Dorf raus. Zumal Michael Jackson genug Trends gesetzt hat, welche selbst heute noch weiterleben. Alleine wenn man sich auf MTV die letzten Jahre und auch heute die jungen Künstler ansieht, dann haben genug Michael Jackson als Vorbild und nicht gerade wenig orientieren sich sehr stark an Michael Jackson (von Ne-Yo über Chris Brown bis hin zu Usher und vielen mehr).

"Der Michael Jackson so wie er in den Medien jetzt gefeiert wird ist ein Produkt der Musikindustire. Ein Desaster das man mit biegen und brechen zum Erfolg hochstilisieren möchte." Wie bitte? Michael Jackson wurde jetzt fast 20 Jahre lang von den Medien zerstört. Seine Karriere wurde kaputt gemacht und sein Leben zerfressen. Dabei hat er der Musikindustrie und den Menschen so viel gegeben gehabt. Selbst heute wird teilweise mehr über seine Skandale berichtet anstatt detailliert über seine interessante und einzigartige Musikkarriere zu berichten. Jedes mal wenn man über die Skandale berichtet, dann wird man immer wieder mit dem gleichen Geblubber genervt, welches aus genug Lügen und unaktuellen Informationen besteht. In Amerika gibt es z.B. längst erste Dokumentationen, welche die Kindesmissbrauchsgeschichten ordentlich aufarbeiten und die Wahrheit an das Tageslicht bringen. Aber die zeigt mal wieder fast keiner. Nachdem Michael Jackson damals freigesprochen wurde haben die Medien lieber den nächsten Skandal gesucht anstatt endlich mal aufzuklären, dass da wohl doch nichts war und Michael Jacksons Image zu bereinigen (welches sie verschmutzt hatten). Zudem ignorierst du noch etwas ganz wichtiges: Er war ein ganz großes Talent, er hat extrem hart gearbeitet, er war einer der erfolgreichsten Musikkünstler aller Zeiten und kein anderer Musikkünstler hat mehr Awards gewonnen wie er. Wie kann so einer bitte ein "Desaster" sein, welches man mit " biegen und brechen zum Erfolg hochstilisieren möchte"? Wenn er ein "Desaster" war, dann sollte die gesamte Musikindustrie sich sofort auflösen und Personen a la Elvis, Beatles und Co. sind nicht mehr als kleine Misthaufen.
Preston (21.06.2010, 20:01 Uhr)
Sinatra, ehrlich?
Wo haben Sie die letzten 30 Jahre verbracht?
Waren Sie auch in einem Keller verstckt, gekidnappt von Leuten, die einen grausigen Musikgeschmack hatten?
Man kann Michael Jackson als Mensch bedauern - oder ihn als Spinner abtun, der nie erwachsen wurde; als Entertainer war er größer als Elvis.
Man muß schon ÄUSSERST haßerfüllt, borniert oder ahnungslos sein, um das bestreiten zu wollen.
Weder von Elvis, den Beatles oder den Stones (und schon gar nicht von Sinatra) gibt es irgendeine Videoaufnahme (oder einen Liveauftritt), der es ins kollektive Unterbewußtsein einer Generation geschafft hat - so wie z.B. Jimi Hendrix' Auftritt in Woodstock.
Michael Jacksons Thrillervideo ist etwa 10x so bekannt; "Billie Jean" ist seit 20 Jahren eins der meistgespieltesten Stücke in allen Diskotheken der Welt - es wird etwa 1000x so oft gespielt wie alle Stücke der Beatles, der Stones, von dylan & Sinatra (zusammen).
Vielleicht reicht das ja, um zu erklären, warum er "King of Pop" genannt wurde.
Weil (seit Elvis) kein einzelner Mensch mehr so viel Einfluß auf die Popmusik des 20. Jahrhunderts hatte.
Wer das lächerlich macht, ist einfach ein Idiot.
Sinibaldi (21.06.2010, 18:10 Uhr)
Afin sensacion.
Con la fuerza
de la rima esa
nube de viento
regresa, en el
dulzor de la
mañana; siento
el sabor de
la noche encantada
que lucida viene
regalando la luz.

Francesco Sinibaldi
dist-bln (21.06.2010, 15:58 Uhr)
@Administrator
meine Frage- wer sich den Blödsinn mit dem Titel "King of Pop" ausgedacht hat, verstößt dann gegen was..?
oder die sicherlich zuspitzende Bezeichnung "King of Kindergarten"- nach meiner Beobachtung finden gerade Kinder die Musik von MJ am besten- also King of Kinder...

aber nachdem einfach alle Kommentare z.b. zum Artikel "Niebel in Israel" gelöscht wurden, muss man dem Stern sicher anderes unterstellen...
wie war das mit der Brechtschen Bemerkung- einfach ein neues Volk wählen!!!
Administrator (21.06.2010, 14:44 Uhr)
@dist-bln
Nein, aber die Postings, bei denen sich im Ton vergriffen wurde oder die anderweitig gegen unsere Regeln verstoßen haben.
Wahrhyde (21.06.2010, 11:48 Uhr)
Das ist schon 1 Jahr her?? Hui, die Zeit rast...
Elli59 (21.06.2010, 11:11 Uhr)
Es gibt immer ein Pro & Contra
@ Muse1957

ach so, nur Befürworter dürfen/sollen sich zu Wort melden?

Die musikalische Leistung die er erbracht hat ist sicherlich eine der größten in der in der Popkultur. Dies schreibe ich, obwohl es nicht unbedingt meine Musikrichtung ist. Aber dieser Mensch war einfach nur krank, da verwundert es mich immer wieder, das er gefeiert wird wie ein Gott!
Hätte man ihn beizeiten in die Psychatrie gesteckt und behandelt, würde er vielleicht heute noch leben!
Das Drama begann doch schon in der frühesten Kindeheit, als ein ehrgeizger Vater den Knaben massiv unter Druck setzte (auch schlug) um noch mehr Leistung (die Geld brachte) aus ihm herauszupressen.
Ich kann ihn nur bedauern, nicht bewundern......
Muse1957 (19.06.2010, 00:07 Uhr)
Super
Ich liebe solche Kommentare wie die von leisegang,pseudointellektuell und zum schmunzeln. Wen der King of Pop nicht interessiert,sollte sich auch nicht vordrängen seinen Senf abzugeben
leisegang (18.06.2010, 16:24 Uhr)
Gescheiterter Musiker, einstige Größe
Seit dem Welterfolg 'Thriller' ist Michael Jackson auf dem absteigenden Ast mit zahlreichen Disco-Lolly-Flops. Schon bei "I'am Bad war" die Häme größer als seine künstlerische Fähigkeiten. Das sieht man auch deutlich daran, dass Cover-Songs wie 'I'am Fat' erfolgreich gecovered wurden. Quincy Jones hat mit Michael Jackson die Platte 'Thriller' produziert und ist wahr scheinlich durch die musikalische Überlegenheit von Jones und den herausragenden gesanglichen Fähigkeiten von Jackson zu einem Super-Hit geworden. Jedoch sollte man die Spatzen im Dorf lassen, wenn man seine weitere Karriere betrachtet. Die seelischen Schäden aus seiner Kindheit haben seine musikalischen Fähigkeiten weit überschattet und das was in seiner Kindheit genommen wurde konnte nicht einmal durch einen Weltruhm und Generationen-Anerkennung zurück gegeben werden.
Der Michael Jackson so wie er in den Medien jetzt gefeiert wird ist ein Produkt der Musikindustire. Ein Desaster das man mit biegen und brechen zum Erfolg hochstilisieren möchte. Da man gescheiterte Musiker in unserer heutigen Gesellschaft nicht aktzeptieren würde. Wenn ich mir solche Szenarien in der Musikwelt anschaue. Frage ich mich schon jetzt: 'Kann der Mensch wollen was er will', oder sind wir berteit eine einzige Manipulation.
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