Sie haben alle Hürden genommen? Wir gratulieren! Jetzt dürfen Sie Dieter Bohlen gegenübertreten. Aber nicht zu nah ran. Denn laut "DSDS"-Kandidatin Meike Büttner, die in der Berliner Boulevardzeitung "BZ" ein "DSDS"-Tagebuch führt, darf die Kamera nicht näher als 170 Zentimeter an Bohlen heranzoomen, Weitwinkel und Nahaufnahmen ist absolut Tabu, sonst könnte man ja Falten unter der glatten Oberfläche entdecken.
Nachdem Sie sich vorgestellt haben, kann es losgehen. Es läuft super. Sie bekommen den Zettel für den Recall. Seien Sie aber bitte nicht überrascht, wenn Sie später ihren Auftritt im Fernsehen sehen und von Dieter plötzlich Sprüche hören, die er gar nicht zu Ihnen gesagt hat. So erging es Marcel F., dem Kandidaten mit dem Pinkelfleck auf der Hose. In der Show entstand der Eindruck, dass Dieter Bohlen zu ihm sagt: "Lieber Cholera auf dem Pipimann als deine Stimme." Dabei galt der Spruch einem anderen Teilnehmer. Macht aber nichts. Denn RTL-Pressesprecherin Anke Eickmeyer hat ja erklärt: "Natürlich wird das Rohmaterial von Kandidaten-Auftritten für die Sendung auch bearbeitet, jedoch ohne das grundsätzliche Juryurteil über die Qualität der Stimme dabei inhaltlich zu verändern." Und Tom Sänger sagt: "Fernsehen ist vom Moment des ersten Schnitts und einer redaktionellen Auswahl immer bearbeitet. Das ist schlicht TV-Realität in vielen Programmgenres und nicht wirklich von uns erfunden." Im Klartext: Kameraeinstellung, Schnitt, Vertonung und kleine Trickfilmanimationen sind die Mittel, mit denen die Beiträge der Sänger nicht nur aufgepeppt, sondern auch verfälscht werden. Bitte schön, das weiß nun wirklich jedes Kind.
Mist. Sie sind ausgeschieden. Obwohl Sie echt was auf dem Kasten haben und die Jury Sie immer gelobt hat. Aber Sie wundern sich nicht wirklich darüber, oder? Denn schon vor Jahren verriet Ex-"Popstars"-Jurymitglied aus der zweiten Staffel, Noah Snow, im Interview: "Ich saß am Jurytisch und mir wurde ein Zettel hingelegt, auf dem stand, wen ich als Jurymitglied nicht mehr gut finde und wen die Jury dabei haben möchte. Mir wurde schlecht. Ich schämte mich." Keine Angst. Heute soll es bei "Popstars" moderner zugehen. So verrät Sido, der in der siebten Staffel in der Jury saß: "Im Studio gibt's eine Ampel, die der Zuschauer und die Kandidaten nicht sehen können - nur die Jury! Wenn jemand vorne stand und vorsang, wurde uns von den Machern der Show damit signalisiert, wer weiterkommen soll und wer nicht."
Seien Sie nicht traurig. Sie können es ja nächstes Jahr noch mal versuchen. Genau wie Kevin R., der auch gerade zum zweiten Mal sein Glück versucht. Denn Kevin ist davon überzeugt: "'DSDS' ist für mich eine extrem große Chance."