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30. Dezember 2010, 18:00 Uhr

Der "frechste Arbeitslose" hat einen Job

Es ist wohl eher ein PR- als ein musikalischer Coup: Arno Dübel, der als "Deutschlands frechster Arbeitsloser" gilt, soll beim österreichischen Vorentscheid des Grand Prix antreten - und am Ende in Düsseldorf Lena entthronen. Was das soll? Das erklärt uns sein Produzent Marco Delgardo.

© Thomas Meyer/ Actionpress Arno Dübel ist als "frechster Arbeitsloser Deutschlands" bekannt geworden. Seit 36 Jahren hat er keinen Job - und genießt es. Ein paar Songs hat Dübel schon aufgenommen. Sie tragen Titel wie "Der Klügere kippt nach". Seine neue Single heißt "Ich bin doch lieb". Nun soll Dübel beim Grand Prix für Österreich gegen Deutschlands Liebling Lena antreten - jedenfalls wenn es nach seinem Produzenten Marco Delgardo geht. Der Geschäftsmann sprach mit stern.de über die Zukunft von Arno Dübel.

Herr Delgardo, ist Arno Dübel die Anti-Lena?

Die Lena ist doch auch eine Anti-Sängerin! Was wollen die denn mit dem Bauernmädel beim Grand Prix, frage ich Sie? Deutschland hat jetzt einen Staatsproduzenten, und die Lieder müssen Ausländer schreiben, weil es in Deutschland angeblich keiner kann. Das ist doch lachhaft. Lena hat gewonnen, weil die Mitbewerber so schlecht waren, dass sie gewinnen musste.

Sie meinen, "Satellite" war kein guter Song?

Man muss das Gesamtkonzept sehen. Lena hat sich im Grand Prix gut verkauft. Als ich ihren Auftritt gesehen habe, war mir klar, dass sie gewinnen würde. Diese "Ein bisschen Frieden"-Unschuld und das Brave mögen die beim Grand Prix. Das meinte ich mit Bauermädel. Sie hat nicht auf Megastar gemacht, und das hat ihr den Sieg gebracht. Dennoch ist Lena katastrophal für die Musikindustrie, denn ihr Sieg hält als fadenscheinige Bestätigung dafür her, dass nicht Marktwirtschaft, sondern Kommunismus funktioniert.

Sie haben etwas gegen Stefan Raab?

Nein, nichts gegen Raab an sich, der hat einen guten Job gemacht, aber etwas dagegen, dass er 2011 genauso weitermacht, als wäre Lena unsere Grand-Prix-Außenministerin.

Zurück zu Arno Dübel. Der Mann ist doch kein Vorzeige-Musiker.

Ich sehe meine Stärke im Produktmarketing. Es geht nicht darum, ob er ein guter Musiker ist. Es geht darum, ob Arno Dübel den Song, den wir vor einer Woche mit ihm aufgenommen haben und zu dem wir auch ein Video gedreht haben, überzeugend rüberbringen kann.

Worum geht es in dem Video?

Der Normalbürger Arno Dübel kommt nach Mallorca, arbeitet an seiner Karriere, und am Ende wird er ein Schlagerstar.

Sehen Sie in Arno Dübel einen Star?

Ich habe selten jemanden gesehen, der so engagiert bei der Sache ist wie er. Er sagt selbst: "Ich will das machen. Die Medien sind mein Leben."

Die waren ihm bisher aber nicht so wohl gesonnen.

Er musste ordentlich einstecken, und das kann er. In dieser Branche muss man leidensfähig sein.

Aber werfen Sie ihn mit dieser Grand-Prix-Aktion nicht ebenjenen Medien zum Fraß vor?

Nein, auf keinen Fall. Genau genommen brauchen wir das auch nicht. Er ist ja schon gefressen worden. Arno Dübel hat eine Grundprominenz, und für mich ist es eine Herausforderung, diesen Außenseiter als jemanden zu zeigen, der etwas erreichen kann. Vom Arbeitslosen zum Millionär – wenn Deutschland ihn lassen würde. Aber da geht so etwas ja nicht. Arno Dübel fühlt sich in seiner Medienrolle zu Hause. Er erfährt zum ersten Mal Anerkennung.

Aber dazu muss er unbedingt zum Grand Prix?

Erstmal muss er den Vorausscheid gewinnen. Und ob der Song Erfolg haben wird, hängt von den Party-DJs ab. Wir werden jedenfalls eine ziemlich große Promo machen, denn wir haben noch viel mit Arno Dübel vor.

Interview:
 
 
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