24. Juli 2012, 08:12 Uhr

Katherine Jackson "auf Urlaub" von Familienkrieg

Alle Aufregung umsonst: Katherine Jackson, die Mutter des King of Pop, galt tagelang als vermisst. Jetzt hat sie sich aus einem Spa in Arizona zurückgemeldet. Der 82-Jährigen geht es gut. Von Frank Siering, Los Angeles

Da sitzt sie am Holztisch in einem Spa in Tucson, Arizona, lachend, ein paar Spielkarten in der Hand haltend. Katherine Jackson, die vermisste Mutter des verstorbenen King of Pop, versteht die ganze Aufregung um ihre Person nicht. "Was ist denn los, mir geht es gut", ließ die 82-Jährige gestern über ihre Tochter Rebbie und Enkeltochter Stacy mitteilen.

Nach Medienberichten steckte Janet Jackson hinter dem plötzlichen Verschwinden der berühmtesten Oma der Welt. Zusammen mit einigen ihrer Brüder hatte die 46-jährige Sängerin befohlen, ihre Mutter "aus dem derzeitigen Chaos im Haus in Encino herauszuholen".

Das "Chaos" entwickelt sich allerdings erst so recht durch das Verschwinden der Großmutter angerichtet. Paris Jackson twitterte, dass ihre Oma wie vom Erdboden verschluckt sei, und ein Neffe ging sogar am Samstagabend zur Polizei, um eine Vermisstenanzeige zu stellen.

Auf der Suche nach Verbündeten

Mittlerweile gilt es als sicher, dass der Jackson-Clan in zwei Lager gespalten ist und ein echter Familienkrieg droht. Demnach gehe es um das Geld von Michael Jackson. Die Fronten scheinen verhärtet.

Janet, Randie, Jermaine und Rebbie hatten unlängst in einem öffentlichen Schreiben verlangt, dass die derzeitigen Vermögensverwalter vom Jackson-Anwesen abgezogen werden müssen, weil sie angeblich zu egoistisch und entgegen des Willens des verstorbenen Bruders handeln würden.

Die Verwalter haben den Auftrag, das Erbe von Michael Jackson gerecht an die drei Kinder vom King of Pop zu verteilen. Paris, Prince und Blanket sind also die primären Nutznießer des Vermögens. Oma Katherine hat die Oberaufsicht.

Die Geschwister von Michael sind bisher relativ leer ausgegangen. Und den Gerüchten in Hollywood zufolge war die nächtliche "Kidnapping-Aktion" der Oma ein Versuch, die 82-Jährige auf ihre Seite zu ziehen ­- unter dem fadenscheinigen Vorwand, Katherine würde im Chaos zuhause gesundheitlich leiden und bräuchte dringend Erholung.

Ernsthafte Kommunikationsstörungen

Warum Paris und ihre Geschwister, deren erste Ansprechperson im Haushalt bis heute immer noch die Großmutter ist, von dem Spa-Aufenthalt nicht unterrichtet wurden, konnte (oder wollte) keines der Jackson-Geschwister am gestrigen Montag erklären.

Einzig Jermain Jackson gab ein Statement heraus, in dem es hieß: "Um den Blödsinn, der verbreitet wird, ein für allemal aufzuklären, will ich an dieser Stelle noch einmal klar verständlich machen, dass sich meine Mutter in Arizona befindet. Ihr geht es gut. Sie ist dort mit ihrer Tochter und unserer Schwester Rebbie. Auf Anraten eines Arztes macht sie ein bisschen Pause."

Offensichtlich ob der vielen Aufmerksamkeit durch die Medien fügte er noch hinzu: "Es ist mir völlig unklar, warum sie als vermisst gemeldet werden konnte." Ein klarer Seitenhieb gegen die Fraktion um den Neffen von Katherine Jackson und auch gegen die Kinder vom King of Pop. Vor allem Paris hatte sich via Twitter große Sorgen um den Verbleib der Oma gemacht.

Und was steht als nächstes an im Jackson-Familienstreit? ­ In Los Angeles scheint ein Teil des Clans derzeit fast täglich mit Anwälten zu beraten, wie das Testament vom King of Pop juristisch wasserfest gekippt werden könnte. Ein Umstand, der die Familie wohl gänzlich entzweien dürfte - und sicherlich nicht im Sinne des verstorbenen King of Pop gewesen wäre.

 
 
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